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Weltweit...

... werden rund 50 Milliarden Tiere jährlich für den Verzehr geschlachtet.
Diese Zahl betrifft nur die erfassten Tiere - die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher liegen.

Einzelschicksale - alle von ihnen.


Grundsituation

Allein in Deutschland werden jährlich rund 620 Millionen Tiere geschlachtet. Jedes „Schlacht“tier wird mindestens einmal trans­portiert. Tiere werden innerhalb Europas, aus Europa in Drittländer (z.B. in den Nahen Osten) und aus Drittländern (z.B. Weißrussland) nach Europa transportiert.

Beispiel: Rund 65.000 Pferde kommen aus Osteuropa und enden in italienischen, französischen oder belgischen Schlachthäusern.

Zusätzlich ist Deutschland Exportland für Tiere. Mehr als 105 Mil­lionen Tiere werden pro Jahr „verschickt“. Unterschieden werden „Zucht“-, „Mast“- und „Schlacht“tiere.  Von Trans­porten betroffen sind: Rinder und Kälber, Pferde, Esel, Schafe und Lämmer, Schweine und Ferkel, Kaninchen, Hühner, Puten, Enten, Gänse, Fische (auch Zierfische für das Aquarium), Meerestiere, Tiere, die für Tierversuche bestimmt sind, Zoo- und Zirkustiere, Hunde, Strauße, Exoten. Sämtliche Transportmittel werden für den Handel genutzt: Lkw, Bahn, Schiff und Flugzeug, in manchen Län­dern auch Pkw und Fahrrad.  


Fragen und Antworten

Was sind Gründe für Transporte lebender Tiere ?

Agrarsubventionen der Europäischen Union
Spezialisierung der industriellen Agrarwirtschaft
Zentralisierung von Schlachtbetrieben 
Präferenzen bei Schlachtung und Fleisch


Warum werden lebende Tiere und nicht Kühlfleisch transportiert?

Fordert man beim Statistischen Bundesamt Zahlen über Transporte von Tieren an, wird deutlich, dass Tiere als Ware betrachtet werden. So muss man eine Warennummer angeben und erhält dann Angaben in Stück oder Tonnen. Der Markt funktioniert nach demselben Muster, wie bei leblosem Stückgut: Angebot und Nachfrage, Einkaufspreis und Verkaufsspanne. 


Wie viele Tiere sind auf einem Tiertransporter?

Die Transporter werden je nach Tierart in der Regel auf ein bis vier Ladeebenen beladen. Pferde einstöckig, Rinder zweistöckig, Schweine, Schafe und Kälber dreistöckig und Jungtiere wie Läm­mer und Ferkel auch vierstöckig. Festgelegt ist zudem die Anzahl der Tiere pro Abteil bzw. pro Quadratmeter. Bei großen Transportfahrzeugen steht z.B. für Pferde eine Lade­fläche zwischen 33 und 38 m2 zur Verfügung. D.h. es dürften zwis­chen 18 und 22 erwachsene Pferde (1,75 m2 nach TierSchTrVO) geladen werden. Wir zählten aber auch schon 35 Pferde. Viel zu eng geladene Tiere sind eines der häufigsten Probleme bei Tiertransporten. 


Wie lange dauert ein Transport?

Der kürzeste Transport ist derjenige, der in den nächstgelegenen Schlachthof führt. Im günstigsten Fall transportiert der Bauer selbst das Tier innerhalb von ein bis zwei Stunden. Meistens jedoch wer­den die Tiere an zentralen Umschlagplätzen oder Märkten von Händlern gekauft und zu weit entfernten Schlachthöfen trans­portiert. Einige Beispiele für Transporte und Transportzeiten haben die Animals' Angels-Teams dokumentiert. In den Zeitangaben sind die Entladezeiten an EU- Aufenthaltsorten (Stallungen) enthalten.

Pferde von Weißrussland nach Sardinien. Dauer: 5 Tage.

Schafe von Spanien nach Griechenland. Dauer: 3 Tage. 

Kälber von Deutschland nach Spanien. Dauer: 25 Stunden.    

Bullen von Deutschland in den Libanon. Dauer: 6-8 Tage.    

Tiere, die per Schiff z.B. von Australien nach Ägypten transportiert werden, sind ca. 3 Wochen unterwegs.       

Dokumentiert sind die Durchschnittszeiten. Unvorhergesehene Verzögerungen wie z.B. durch Unfälle, Staus auf Autobahnen und an Grenzen sind nicht eingerechnet.


Werden die Tiere unterwegs versorgt?

Kontrollen staatlicher Stellen finden zu selten statt. Aus diesem Grund entladen und versorgen nur die verantwortungsbewussten Transporteure. Bei Langstreckentransporten müssen die Fahrzeuge über Futtervorrat verfügen und mit einem Tränkesystem ausges­tattet sein. Immer wieder beobachten wir, dass die Tränkevorrich­tungen von den Tieren nicht bedient werden können. Beispiel: nicht artgerechte oder falsch platzierte Tränkevorrichtungen oder zu wenige für die Anzahl der Tiere.