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Verleihungsrede 2017: Dr. Alexander Rabitsch

Lieber Alexander, 

Die erste Begleitfahrt von Tiertransporten mit Freiwilligen aus Deutschland in ihren eigenen Autos und selbst finanziert fand 1996 statt. Aus diesen Anfängen entwickelte sich dann die Organisation Animals' Angels wie wir sie heute kennen.

Am Anfang kannten die Teams überhaupt niemanden: keine Tierärzte, keine Exporteure, keine Polizisten, keine Fahrer. Das änderte sich schnell, je mehr Leute auf den Straßen Europas unterwegs waren, desto mehr Kontakte wurden geknüpft. So auch mit Dir in Österreich. 

Du warst seit 1998 Tiertransportkontrolleur in Kärnten und hattest innerhalb der Branche sehr schnell den Ruf äußerst streng zu kontrollieren. Sodass Fahrer weite Umwege in Kauf nahmen, um nicht über Kärnten fahren zu müssen. 

Leider wurde diese Inspektoren-Stelle dann 2013 gestrichen. Doch inzwischen bist Du ein gefragter Experte zum Thema Tiertransporte und wirst nun immer häufiger eingeladen zu Vorträgen oder zum Polizeitraining in der EU und in Drittstaaten. 

Den Julia-Award-for-Courage möchte Dir Animals' Angels aus folgenden Gründen verleihen: 

In den neunziger Jahren gehörte Standfestigkeit und Mut dazu, LKW wirklich zu kontrollieren. Das wird heute häufig vergessen. Die großen Transportfirmen agierten damals wesentlich arroganter. Das Gewaltpotential bei einigen Fahrern war hoch auch gegenüber Behördenvertretern. Die Öffentlichkeit war noch nicht so informiert wie heute, das Interesse daran war erst im Entstehen. Auch die Unterstützung der Politik und der Vorgesetzten ließ häufig zu wünschen übrig. Das hat Dich, lieber Alexander aber nicht beeindruckt. Wenn Du den Verdacht hattest, hier stimmt was nicht, dann hieß das für die Fahrer: Abladen! So was nennt man Courage. 

Heute wirst Du eingeladen, Deine Ansicht über Tierschutz beim Transport zu vertreten: gegenüber der EU Kommission, gegenüber anderen Veterinären in den Mitgliedsstaaten, im Dialog mit der Polizei. Auch dazu gehört Mut.  In diesen Sitzungen und Seminaren sind ja keineswegs alle Teilnehmer Deiner Meinung. Was Du zum Schutz der Tiere verlangst und in Deinem Buch ja auch sachkundig beschrieben hast, kostet Geld für die Regierungen und die EU, und es vermindert den Profit der Leute, die am Handel mit den Tieren verdienen. Dann trotzdem bei der eigenen Überzeugung und immer freundlich zu bleiben, das nennt man Courage. 

Innerhalb Deiner eigenen Berufsgruppe hast Du Dich exponiert. Auch dazu gehört Mut, oft noch mehr als sich gegenüber Gegnern zu positionieren. So dürfte die Annahme nicht falsch sein, dass Du auch von Kollegen angegriffen oder gar lächerlich gemacht wurdest. Dann trotzdem weiter zu machen, das nennt man Courage. 

Und zum Schluss: Wir bei Animals' Angels finden, dass Du bei unserem letzten Einsatz in Marokko, an dem Du teilgenommen hattest, enormen Mut bewiesen hast. Die Zustände auf den Märkten haben Dich geschockt, das war deutlich zu sehen und Du hast es auch sehr drastisch ausgedrückt (der Satz wird künftig wohl zum AA Repertoire gehören): "Hier zu daran zu arbeiten, dass es besser wird, das ist wie wenn jemand in der Sahara pinkelt um einen Baum zu wässern…" Aber dann hast Du die Ärmel hochgekrempelt und gefragt: welchem Tier kann ich zuerst helfen? Das war dann ein armes Schaf mit einem schlimmen schon fast offenen Abszess am Hals… Und so ging es weiter… Dr. Alexander Rabitsch aus Kärnten in Österreich an vorderster Front beim Lindern von akutem Tierleid in Marokko...

Das hat uns beeindruckt. Und wir finden, wenn jemand sich plötzlich in einer Situation wiederfindet, die absolut überwältigend schrecklich und brutal ist, und wenn dieser jemand, dann einfach irgendwo anfängt, etwas zu tun, das hilft, so was nennen wir Courage. 

Und so möchten wir Dir, lieber Alexander, mit Anerkennung und vielen guten Wünschen den Julia-Award-for-Courage 2017 überreichen.