Tiertransporte an Weihnachten: Im Einsatz für die Lämmer auf der Route nach Italien

In der Woche vor Weihnachten ist Animals Angels auf der Autobahn in Italien unterwegs. Wir kontrollieren Lämmertransporte, sind bei den Tieren, und prüfen ob sich die Bedingungen für sie im Vergleich zu den letzten Jahren verbessert haben.

Da zur Weihnachtszeit besonders viele Tiere nach Italien transportiert werden, dauert es nicht lange, bis wir auf die ersten Lämmer stoßen. Wir begegnen Andreas, Csaba, Eva, Edith, Gabor und Hunderten ihrer Gefährten. Sie kommen aus Ungarn. Ihr Ziel ist ein Schlachthof in Apulien. Der Transport dauert für sie etwa 24 Stunden. Sie haben unter sich eine gute Schicht Stroh, die die Kälte des Bodens abmildert und ihn gegen die Feuchtigkeit des Nebels trocken hält. Doch leider befinden sich 620 Lämmer an Bord des Transportes – viel zu viele, um auf dem Stroh gleichzeitig einen Platz zum Liegen und Ruhen zu finden. In der Tat stehen fast alle Tiere. Den ganzen Tag so auszuhalten muss für sie alle sehr anstrengend sein. Noch dazu bleiben sie durstig. Denn die Lämmer wissen nicht, wie die wenigen Tränken an Bord überhaupt funktionieren – die darüber hinaus nur für eine Stunde am Tag überhaupt angestellt sind. Die Luft in den Abteilen ist schwer vom Atem der vielen Tiere und den Dämpfen ihren Ausscheidungen.

Unter ganz ähnlichen Bedingungen treffen wir auch Mariana, Andrei, Dimitru, Daniela, Ioan und Maria. Sie kommen aus Rumänien und werde nach Latium gebracht – eine Strecke von 1.500 km. Rumänien hat kürzlich verfügt, dass Lämmer höchstens auf drei statt vier Etagen verladen werden dürfen. Bislang haben sich die Transporte aus Rumänien an diese Entscheidung gehalten, aber nicht in diesem Fall. Die Lämmer stehen mit den Köpfen an die Decke gedrückt im Fahrzeug. Wir rufen die Polizei hinzu, die eine Kontrolle durchführt und ein Bußgeld ausstellt.

Die Gesichter von Andreas, Csaba, Eva, Edit, Gabor, Mariana, Andrei, Dimitru, Daniela, Ioan, Maria und den anderen Hunderten Tieren werden über die Feiertage in unseren Herzen sein. In ihrem Gedenken machen wir weiterhin Druck auf die Behörden, die Politik und die Transportfirmen, damit diese qualvollen Transporte – nicht nur zu den Feiertagen – endlich ein Ende haben.