02. - 05.04.2016 | Kontrolle von Tiertransporten, EU - Türkei

Animals' Angels kontrolliert Tiertransporte, die aus der EU in die Türkei unterwegs sind.

Im Entladestall in Bulgarien kurz vor der türkischen Grenze herrscht Chaos. Alle Boxen sind voll belegt mit Rindern aus Frankreich, Österreich, Belgien, Deutschland, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Aufgrund von Platzmangel müssen viele Tiere stundenlang auf dem LKW warten bis sie mit Futter und Wasser versorgt werden können.

Wir beobachten die Entladung eines polnischen Transports der deutsche Färsen geladen hat. Die jungen Kühe freuen sich, dass sie vom LKW dürfen und erkunden verschreckt, aber auch neugierig den Stall. Auf der Ohrmarke einer Färse steht ein Name – Romi – ich rufe sie und sie dreht tatsächlich den Kopf und schaut mich an. Vielleicht ein Zufall, aber seitdem geht mir Romi nicht mehr aus dem Kopf. Doch sie ist nur eine von tausenden, die diese Woche auf der Strecke unterwegs sind.

Auf einem rumänischen Lkw mit deutschen Kälbern ist die Ladedichte viel zu hoch. Die Tiere können sich nicht hinlegen und wegen der Überladung können sie die Tränken nicht erreichen. Der rumänische Fahrer erzählt, er habe nur neun Tiere pro Abteil mitnehmen wollen, aber der deutsche Amtsveterinär und der Exporteur hätte keine Bedenken gehabt 12 Tiere in jedes Abteil zu laden und der Fahrer habe sich nicht durchsetzen können. Die Kälber tun ihm leid.

Andere Transporte sind so schlecht geplant, dass die Tiere zusätzlich viele Stunden an der türkischen Grenze warten müssen. Fast täglich kommen tote Kälber an der Entladestelle vor der Grenze an, andere sterben auf der letzten Strecke in der Türkei. Aber das alles scheint niemanden zu stören, wir können nicht nachvollziehen, dass die Beteiligten es nicht einmal schaffen, bei der Abfahrt die Transporte richtig zu planen und dafür zu sorgen, dass die Fahrzeuge in Ordnung sind, Futter an Bord ist und die Tränken funktionieren. Diese Gleichgültigkeit lässt uns verzweifeln, aber wir werden weiter machen: Kontrollen durchführen, Beschwerden schreiben und vor Ort bei den Tieren sein.

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