04.07.2016 | Animal Week 2016: Großeinsatz an der bulgarisch-türkischen Grenze

Animals‘ Angels wartet auch heute wieder auf beiden Seiten der bulgarisch-türkischen Grenze auf Tiertransporte, die in die Türkei fahren. Trotz der vorliegenden Informationen, dass die türkischen Zollbehörden am Sonntag, also heute, nicht arbeiten, sind seit gestern trotzdem zahlreiche LKW an der bulgarischen Seite der Grenze angekommen.

Darunter sind auch drei litauische LKW, die tragende Färsen aus Estland geladen haben. Als wir die Tiere das erste Mal sehen, ist es kurz nach 02:00 Uhr nachts. Die schwangeren, jungen Kühe sind ruhig, einige liegen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits mindestens 7,5 Stunden seit der letzten Abladestation in Rumänin auf dem LKW unterwegs und vor ihnen liegen noch ca. 14 Stunden Fahrt (knapp 1.000 km) bis zum Entladeort in der Türkei. Dazu kommen die Wartezeiten an der Grenzkontrolle und am Zoll von durchschnittlich > 6 Stunden. Bis jetzt würden die Transporte innerhalb der maximal erlaubten Transportzeit von 29 Stunden liegen – und das trotz extremer Temperaturen von teilweise über 35 °C! Aber die Fahrer wissen nicht, dass die türkischen Zollbehörden sonntags nicht arbeiten und fahren kurz nach 03:00 Uhr in die Grenze.

Wir treffen Maria und die anderen Kühe auf der türkischen Seite am späten Nachmittag wieder. Zwei der litauischen LKW müssen bis Montag warten – denn der türkische Zoll ist am Sonntag tatsächlich geschlossen! Die Tiere müssen jetzt zusätzlich einen Tag länger auf den LKW ausharren – ohne abgeladen zu werden, bevor am Montag der Zoll hoffentlich ihre Papiere fertigmacht.

In den LKWs staut sich die Hitze des Tages, die Einstreu ist mittlerweile stark verschmutzt und ein strenger Ammoniakgeruch liegt in der Luft, der viele Fliegen anlockt. Die meisten Kühe stehen, einige wirken erschöpft, andere sind unruhig und versuchen, sich mehr Platz zu verschaffen. Maria liegt in einer untypischen Position – sie streckt eines ihrer Vorderbeine nach vorne. Ihr Gelenk scheint geschwollen zu sein. Wir informieren den Fahrer, doch als er sie genauer anschaut, liegt sie wieder mit beiden Beinen angewinkelt da. Wir werden morgen früh wieder nach ihr sehen.

Am nächsten Morgen ist die Schwellung am Vorderbein von Maria noch leicht zu sehen – aber sie steht wieder und frisst, als sie Heu bekommt. Um 12:15 Uhr fahren die LKW endlich zu ihrem Zielort weiter – etwa 40 Stunden sind Maria und ihre Gefährtinnen zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Transporter und knapp 1.000 km liegen noch vor ihnen.

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