05.04.2016 | Kontrolle von Tiertransporte, EU - Türkei

Animals’ Angels kontrolliert Tiertransporte aus zahlreichen EU-Staaten in Richtung Türkei.

Bis zur Fertigstellung der Zollpapiere an der türkisch-bulgarischen Grenze kommt es zu langen Wartezeiten für die Tiere (größtenteils männliche Kälber und einige Färsen). Je nach Zielort wird anschließend eine weitere Zollstelle angefahren. Bis die türkischen Behörden die Weiterfahrt genehmigen, vergehen hier oftmals weitere Tage. Nach all diesen Prozeduren werden die Tiere abschließend an ihren Bestimmungsort gebracht, wo sie ihre letzten Monate vor der Schlachtung verbringen werden.

Wir beobachten zahlreiche LKW mit dreckiger oder mangelnder Einstreu und defekten oder unzureichenden Tränksystemen. Oftmals sind die Transporte überladen, sodass viele Tiere die Tränken nicht erreichen können. Es ist keine Überraschung, dass die Tiere nach einer langen Fahrt unter derartigen Bedingungen sichtlich gestresst und erschöpft sind.  Einige zeigen Ausfluss an Nase und Augen, einige Essen das mit Exkrementen verschmierte Stroh, während andere in die Stangen des Fahrzeugs beißen, die Zunge rollen und apathisch wirken.

Während der Zollabfertigung leiden die Tiere unter der Hitze in den Fahrzeugen die in der prallen Sonne stehen. Sie sind durstig, denn die Wassertanks werden nicht aufgefüllt. Wir sind erstaunt, dass sich weder die Fahrer noch die Behörden an dieser Tatsache zu stören scheinen.

Am Zoll in der Nähe von Istanbul finden wir fünf Tiertransporte die dort bereits seit drei Tagen warten. Die Kälber im Inneren zeigen Anzeichen von Durst. Die Wassertanks der Fahrzeuge sind leer. Die Tiere leiden so stark, dass Animals’ Angels beschließt einzugreifen und sich um die Auffüllung der Wassertanks zu kümmern.

Die Transportbedingungen verursachen immenses Leid bei den Tieren, für manche endet der Transport sogar mit dem Tod. Wie in Pavels Fall – einem jungen Kalb das wir auf einem slowakischen Transporter entdecken, dem wir bis zur Zollstelle nach Ankara gefolgt sind. Wir können uns den Schmerz kaum vorstellen unter dem Pavel während seiner letzten Stunden in dem dreckigen Fahrzeug gelitten haben muss, umgeben von seinen Freuden, die ihm nicht helfen konnten. Während der langen Wartezeiten riechen sie immer wieder an ihm. Es ist unfassbar, dass er nach seinem Tod einfach im Fahrzeug liegen gelassen wird, obwohl Animals’ Angels sowohl die Fahrer als auch die Behörden auf die Tatsache hinweist.

Matej, ein junges Kalb aus der Slowakei hat ein geschwollenes Hinterbein. Immer wenn er versucht aufzustehen, um einige Tropfen Wasser aus der Tränke (die eigentlich für Schweine konzipiert ist) zu bekommen, fällt er wieder hin. Wir informieren den Fahrer. Aber die Tiere müssen während der Zollabfertigung auf dem Fahrzeug verbleiben.

Obwohl es frustrierend ist: die Untätigkeit und das Desinteresse der am Langstreckentransport von Tieren beteiligten Akteure zeigt uns, wie wichtig unsere Inspektionen, Recherchen und Beschwerden sind. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, das Leid auf den Langstreckentransporten zu beenden.

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