05.07.2016 | Animal Week 2016: Großeinsatz an der bulgarisch-türkischen Grenze

Animals‘ Angels begleitet den französischen LKW, auf den die französischen Kälber und Jaro, das tote Kalb, umgeladen worden sind (siehe Bericht vom 4. Juli 2016)

Auf einem Rastplatz bekommen wir die Chance, die Tiere endlich zu sehen. Die jungen Bullenkälber kommen aus Frankreich und sind auf 3 Ebenen geladen. Die Deckenhöhe ist zu niedrig und einige Kälber haben stark eingefallene Flanken. Neben Jaro sehen wir ein weiteres Kalb zusammengekauert liegen – wir nennen ihn Emil. Emil ist stark abgemagert, verschwitzt und er atmet sehr schnell und flach. Als wir die Fahrer und den Käufer, der ebenfalls den LKW begleitet, informieren, hören wir nur solche Aussagen, wie: „Hayvan kaput normal (tote Tiere normal)“. Wir möchten die Tiere natürlich bis zum Abladeort begleiten, um zu erfahren, was mit Emil und den anderen passiert. Der Käufer gestattet uns jedoch nicht, die Tiere beim Abladen auf seiner Farm zu sehen.

Die Situation nimmt kurz darauf schon fast groteske Züge an: Als wir bei einem Stopp erneut nach Emil schauen, reißt ein Fahrer uns unser Handy aus der Hand und wirft es in die zweite Ladeebene des LKWs. Kurz darauf klettert er hinterher und verschanzt sich dort für mehr als 15 Minuten. Er löscht die Fotos, die wir von Jaro und Emil machen konnten, und schleudert anschließend das Handy bestimmt 40 m über den Parkplatz. Das Verhalten des Fahrers zeigt, wie belastend das Tiertransport-Geschäft auch für die Fahrer sein kann und dass der alltägliche Wahnsinn an der bulgarisch-türkischen Grenze auch nicht vor ihnen Halt macht, denn „normal“ ist hier nichts – weder für die Menschen, noch für die Tiere! Der große kleine Unterschied liegt jedoch darin, dass die Tiere keine Wahl haben und sie solchen Strapazen und Leiden ausgesetzt werden, dass sie sogar sterben!

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