07.05.2014 | Friedberg (Hessen), "Tierschutz und die EU"

Podiumsdiskussion in Friedberg/Hessen: "Tierschutz und die EU"
Podiumsdiskussion in Friedberg/Hessen: "Tierschutz und die EU"
Podiumsdiskussion in Friedberg/Hessen: "Tierschutz und die EU"

Zu einer Podiumsdiskussion mit Vertretern EU-weit tätiger Tierschutzverbände hatte Marcus Stadler von den Grünen in der Wetterau am 7. Mai eingeladen. Sein Schlusswort: „Dieser Abend hat erneut deutlich gemacht: Unser Umgang mit den Tieren bewegt immer mehr Menschen zutiefst und muss sie auch weiterhin bewegen. Insbesondere natürlich uns in der Politik…!“ Vor rund 50 Gästen sprachen Animals‘ Angels-Mitarbeiter und andere Tierschutzfachleute zu der Frage, was die Politik der EU zum Schutz der Tiere „leisten kann, soll und muss“.

Felix Kottmair von den Animals´ Angels sagte: Es ist klar, „dass einzig eine generelle Beschränkung der Transportzeit auf acht Stunden in der EU wirksam Abhilfe schaffen kann“. Mit unserem Filmmaterial zeigte er deutlich das Elend der Tiere auf dem Transport und die Verstöße gegen EU-Recht – große Betroffenheit im Saal war die Folge.

Der Rechtsanwalt von Animals‘ Angels, Dr. Leondarakis aus Göttingen, machte allen klar, dass die „Vorgaben für Tiertransporte auf europäischer und auf nationaler Ebene von den Unternehmen regelmäßig verletzt werden. Die Ahndung der Verstöße ist absolut unzureichend." Als Spezialist für Tierschutzrecht erläuterte er: „Verstöße werden häufig nicht geahndet, weil die Veterinärämter und die Polizei mit den Tiertransporten schlicht überfordert sind. Oft haben sie auch einfach kein Interesse an einer Durchsetzung der gesetzlichen Grundlagen. Und vor Gericht siegen regelmäßig die menschlichen Interessen über die Interessen der Tiere. Verstöße werden aus unserer Sicht einfach ungenügend geahndet! Den Tieren muss auf EU-Ebene ein höherer ethischer Rang eingeräumt werden.“

Nach den Animals‘ Angels-Leuten kamen auch der VOX-Moderator und Hamburger Tierheimleiter Frank Weber ( „Die Politik stellt die Mündigkeit der Bürger in Frage. Etwa wenn Petitionen mit über einer Millionen Unterschriften gegen tierquälerische Transporte einfach ignoriert werden.“) und Mike Ruckelshaus von TASSO (Es ist „ein Skandal, dass sich trotz millionenfacher europaweiter Proteste die Langzeittransporte nicht verbessert haben“) zu Wort.

Ursula Hammann, bei den Grünen für Tier- und Naturschutz zuständig, plädierte für Auflagen, die den Tieren unnötige Schmerzen bei den Transporten ersparen, „damit Bilder wie im Animals‘ Angels-Film nicht grausamer Alltag bleiben!“. An die Bürgerschaft appellierte sie, „nicht nur tierische Produkte aus Bio-Landwirtschaft, sondern öfter pflanzliche, tierfreundliche Nahrungsmittel zu kaufen“.

Animals‘ Angels hofft, dass nicht nur die Grünen unsere Anliegen und die Interessen der Tiere auf den Transporten bei den politischen Prozessen berücksichtigen. Alle politischen Parteien müssen sich ihrer Verantwortung für die Tiere stellen.

» Zum Presseartikel der Wetterauer Zeitung

Foto (Tasso e.V.): v.l.n.r. Dr. Leondarakis, Frank Weber, Dr. Heidi Bernauer-Münz, Ursula Hammann, Mike Ruckelshaus.

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