17.07.2016 | Tiermarktkontrolle in Calugareni

Früh morgens kontrolliert ein Animals' Angels-Team den Tiermarkt in Calugareni. Obwohl der Markt nicht vom Veterinäramt des Bezirks genehmigt ist, findet er seit jeher sonntags auf einer gemeindlichen Fläche statt. Laut den städtischen Behörden versammeln sich dort regelmäßig mehr als hundert Bauern aus Calugareni und anderen Dörfern. Der Markt gehört damit zu den beliebtesten in der Gegend.

Auf dem Gelände stehen etwa fünfzig Fahrzeuge voll mit Tieren: darunter Schweine, Kälber, Schafe, Ziegen und Kühe sowie hunderte oftmals überfüllte Kisten und Pferche mit Enten, Geflügel und Hasen. Verkäufer halten Ferkel an den Hinterbeinen in die Höhe, tragen Geflügel an Flügel und Beinen und binden Ziegen mit ihren Hörnern an den Fahrzeugen fest. Die grobe und gewaltsame Behandlung verursacht den Tieren Schmerzen – und ist per EU-Gesetzgebung verboten.

Wir werden Zeuge der öffentlichen Tötung der beiden Schweine Sarah und Fadilah, denen wir trotz der Anwesenheit der Polizei und eines Veterinärs nicht helfen konnten. Unglücklicherweise waren die Polizisten zur Zeit der Tötung nicht zugegen, aber der Veterinär will eine Strafe verhängen. Als er den Mann jedoch nach dessen Ausweis fragt, weigert sich dieser und flüchtet. Das große Problem auf diesem Markt ist, dass die Menschen sich im Recht sehen, ihre grausamen Traditionen fortzusetzen und nicht willens sind, ihre Gewohnheiten zu ändern.

Als die Temperaturen am späteren morgen weiter steigen, beginnen die Händler den Markt zu verlassen. Einige Hühner liegen jedoch immer noch mit zusammengeschnürten Beinen und Flügeln am Boden. Uns wird sogar erzählt, dass einige von Ihnen schon am Vorabend dort gelegen hätten. Da es keinen einzigen Wasseranschluss auf dem Markt gibt, tränken wir die sichtbar durstigen Gänse, Enten und Hühner mit gekauften Wasserflaschen – hoffentlich zeigt dies den Menschen, dass die Tiere die gleichen Bedürfnisse wie wir haben. Außerdem tränken wir das junge, zurückhaltende Kalb Gabi und Gigi, einen Ziegenbock, der seit Ende des Marktes vor einer Stunde in einem Karren in der prallen Sonne steht.

Nach dem Marktbesuch sucht das Team die zuständigen Behörden auf und reicht Beschwerde ein gegen die systematisch stattfindenden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und erhält gute Rückmeldungen. Die Behörden wollen damit beginnen, die Einstellung der Menschen auf dem Markt gegenüber den Tieren zu verbessern – wir werden die Behörden an ihre Versprechen erinnern.