Ägypten: Prügeleien gegen die Kamele gehen weiter – doch unsere Tierärzte geben nicht auf

Unser ägyptisches Tierärzteteam ist erneut auf dem Kamelmarkt in Birqash. Vor Kurzem hatte die Regierung mit aufsehenerregenden Festnahmen und einer Informationskampagne die ersten Schritte eingeleitet, um gegen die verheerende Gewalt gegen die Tiere auf dem Markt vorzugehen. Doch leider haben die ägyptischen Behörden die Arbeit vor Ort nicht fortgesetzt und so werden Omar und Eslam auch an diesen Tagen wieder Zeugen des brutalen Umgangs mit den Tieren.

Im Morgengrauen kommen die ersten Transporte an und die Entladungen beginnen. Die Arbeiter wenden dieselben gewalttätigen Methoden an wie zuvor. Von Neuem reden unsere beiden jungen Tierärzte mit Engelszungen auf die Händler und Arbeiter ein. Doch bei der riesigen Anzahl von Lkw und Tieren können sie nicht überall sein. Wieder werden viele Tiere schwer verletzt. Das Kamel Sulaiman erhält so viele Schläge ins Gesicht, dass er ein Auge verliert. Tahir wird an einem Hinterbein stark verletzt und als Omar und Eslam ihm helfen wollen, lässt der Käufer es nicht zu. Leider sind das nur zwei Beispiele von vielen…

Mittags steigen die Temperaturen auf über 36 °C. Omar und Eslam arbeiten unermüdlich, desinfizieren und versorgen Wunden und Tränken und Füttern die erschöpften Kamele.

Wir werden weiter die ägyptischen Behörden weiter auf Unterstützung drängen, doch wir wissen, dass das ein langer und schwieriger Weg sein wird. Deshalb suchen Omar und Eslam am Nachmittag den Imam der örtlichen Moschee auf und bitten ihn, in seinen Ansprachen auf die Wichtigkeit des guten Umgangs mit den Tieren einzugehen.

„Es ist schwer, ohne die Rückendeckung der Behörden auf dem Markt Verbesserungen durchzusetzen, aber trotzdem glauben wir daran, dass wir Schritt für Schritt etwas für die Tiere erreichen können“, sagt Omar. Wir danken den beiden jungen Tierärzten für ihren Mut und ihre Ausdauer und hoffen, dass beides lange anhalten wird.

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