Es ist wieder ein Transit-Tiertransport, den wir südlich von Potsdam sehen. Es sind sogenannte „ausgediente“ ‚Lege‘hennen geladen, diesmal auf dem Weg von den Niederlanden zu einem Schlachthof nahe Danzig.
Die Hennen werden in Plastik-Kisten transportiert, die einen stabilen Fußboden und eine Tränke haben. Ob das Wasser angestellt ist, wissen wir nicht. Allerdings sehen wir keins der Tiere trinken. Außerdem reicht eine Nippeltränke pro Transportkiste bei weitem nicht aus für die vielen Tiere darin - laut Fahrer sind 14 Hennen pro Kiste geladen. Die meisten von ihnen versuchen, in der Enge der Kiste zu stehen und sind sehr unruhig. Doch die Kistenhöhe ist zu niedrig, sodass sie mit ihren Köpfen gegen die Decke der Kiste stoßen. Die Hennen sind zudem dreckig, auch an den Kloaken und Krallen.
Laut Transportpapieren wurden die 9.000 Tiere bereits am Vorabend um 22 Uhr geladen. Wir begleiten sie bis zum polnischen Schlachthof, wo sie gegen 19:30 Uhr des Folgetages ankommen, d.h. erst 21, 5 Stunden später - ohne dabei gefüttert oder ausreichend getränkt zu werden (was eigentlich gesetzlich ab 12 Stunden Transport vorgeschrieben ist). Bedenkt man, dass die Tiere vor dem Transport noch ‚fasten‘ müssen, verlängert sich die Zeit ohne Futter für die Tiere noch mehr.
Es ist so gar nicht fair, dass die Tiere, keine zwei Jahre alt, nach der intensiven Nutzung durch den Menschen, nachdem sie viele Eier gelegt haben, als „Dank“ dafür mit so wenig Rücksichtnahme auf ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten transportiert werden. Aus ihren ausgezehrten Körpern wird noch der letzte Gewinn gemacht – egal, welchen Preis die Tiere dafür zahlen müssen. 25 Tiere sind während des Transportes gestorben, doch bei 9000 Tieren insgesamt wird dieser „Verlust“ bereits miteinkalkuliert.
Wir werden die zuständigen Behörden über unsere Beobachtungen informieren und fordern EU-weit deutlich kürzere Transportzeiten und bessere Transportbedingungen für diese verletzlichen Tiere.










