Besuch zweier Tiermärkte in Südaustralien

Schafe auf einem Tiermarkt in Südaustralien

Wir besuchen zwei Tiermärkte in Südaustralien –Naracoorte und Mount Gambier – auf denen insgesamt mehrere tausend Rinder und Schafe zum Verkauf angeboten werden. In Mount Gambier stellen wir fest, dass die Böden der Buchten durch Urin und Kot verschmutzt und durch den Regen rutschig sind. Als die Auktion beginnt und der Lärmpegel steigt, reagieren viele der Tiere mit Angst und Stress. Die Reizüberflutung löst bei manchen Panik aus: Sie rutschen aus und laufen hektisch in den Buchten umher.  Das Personal versucht, die Rinder teilweise mit Rufen und Schreien zu dirigieren, dabei wären ruhige, stressarme Methoden viel wirksamer, um die Tiere kontrolliert zu bewegen. Wie die Rinder werden auch die Schafe im Freien und ohne Schutz vor widrigen Witterungsbedingungen gehalten. Vielen Tieren ist sichtlich kalt. Der uns begleitende Tierarzt bestätigt unsere Einschätzung, dass vier lahmende Schafe nicht transportfähig sind. Das Markmanagement sah dies allerdings anders und es kam zu einer Diskussion. Drei der Tiere wurden schließlich aus dem Verkaufsprozess genommen und uns wurde mitgeteilt, dass sie tierschutzgerecht getötet wurden. Des Weiteren fiel uns eine unklare Beschilderung zum Umgang mit Tieren auf, die an der anzeigepflichtigen Krankheit Moderhinke leiden, insbesondere im Hinblick auf deren Zulassung zum Verkauf. 

Auf dem Tiermarkt in Naracoorte werden die Rinder in überdachten Buchten auf weichem Untergrund gehalten, während die Schafe ohne Schutz vor Witterungseinflüssen auf Betonböden untergebracht sind. Die Rinder befinden sich insgesamt in einem akzeptablen Zustand, und die Besatzdichte ermöglicht es den Tieren, sich frei zu bewegen. Die Tränken sind sauber und gut zugänglich. Der Umgang mit den Tieren erfolgt ruhig und ohne Hektik. In vielen Buchten für die Schafe hingegen herrscht Platzmangel. Die meisten wurden am frühen Morgen angeliefert. Wir identifizierten ein Schaf mit einem Abszess am Fuß; dieses wurde aus dem Bestand genommen, um nach Angaben vor Ort tierschutzgerecht getötet zu werden. 

Wir nehmen alle Beobachtungen in unserem Bericht auf.