Auf den Hang der Tourist:innen zum Exotischen baut das Angebot zum Kamelreiten des Safari Parks “La Baranda” in den Bergen Gran Canarias.
Etwa 20 der 30 Kamele werden im Laufe des Tages abwechselnd geritten. Sie tragen einen gepolsterten Metallsattel, auf dem zwei Reiter:innnen aufsitzen können: Ein großes Gewicht für die Tiere. Es sind vor allem kastrierte Kamelbullen, die geritten werden, denn Kamelkühe werden als „wertvollere“ Tiere an eine Farm auf Fuerteventura für die Milcherzeugung verkauft. Während einige Kamele geritten werden, stehen andere bereits gesattelt da. Zu Übungszwecken wurden ihnen Sandsäcke als Gewicht aufgeladen. Sie sind mit einer kurzen Leine an einem Zaun oder aneinander gebunden, bis sie vielleicht in der nächsten Runde an der Reihe sind.
Die nicht-kastrierten Bullen stehen kurz angebunden in Einzelbuchten. Sie sind isoliert und wirken sichtlich unzufrieden.
Während die Kamele zum Hinlegen angehalten werden, um den Reiter:innen das Aufsitzen zu erleichtern, beschweren sie sich lautstark, versuchen öfters wieder aufzustehen. Nach einer Weile werden bei zwei Tieren die gebeugten Vorderbeine zusammengebunden, um das Aufstehen zu unterbinden, bis sie geritten werden. Wasser und Futter ist überall vorhanden, aber in einem großen Pferch mit mehreren Tieren gibt es keinen Schatten. Alle Reittiere tragen einen Maulkorb, der bei einem Kamel sogar aus Metall besteht und bei einem anderen so eng sitzt, dass das Wiederkäuen leicht behindert wird.
Wir werden auf eine Verbesserung der Haltungsbedingungen und des Umgangs mit den Tieren drängen.










