Anfang September besucht eines unserer Teams erneut den Hafen von Algeciras in Südspanien, um dort die Situation der Tiertransporte in Richtung Marokko zu kontrollieren. Für diesen Tag sind zwei Tiertransporte mit Schafen angesetzt. Leider erwartet uns auch dieses Mal ein vergleichbares Bild wie beim letzten Einsatz im August. Wir stellen bei beiden Transporten schwerwiegende Verstöße gegen das EU-Gesetz zum Schutz der Tiere beim Transport fest. Obwohl für die Abfertigung der Transporte auch eine eingehende tierärztliche Kontrolle am Hafen stattfindet, scheinen die Verstöße niemanden außer unser Team großartig zu beirren. Insbesondere ein Transport mit Lämmern erschüttert uns. Wie so oft werden die Tiere in einem LKW transportiert, der ausschließlich mit Tränken für Schweine und Rinder ausgestattet ist.
Obwohl der Fahrer während der Wartezeit das Tränkesystem ordnungsgemäß einschaltet, bedeutet das für die Lämmer eine Qual: sie sind durstig und merken natürlich, dass Wasser in der Nähe ist. Die Rindertränken sind für die Lämmer jedoch zu hoch und die Schweinetränken für die Lämmer nicht zu bedienen. Somit bleibt ihnen nichts anderes, als die wenigen Tropfen Wasser zu lecken, die aus dem ungeeigneten Tränkesystem austreten, das darüber hinaus auch noch defekt ist. Schmerzlich beobachten wir, wie viele Lämmer dies gierig tun, was auf deren großen Durst hindeutet. Doch das ist nicht die einzige Hürde, mit denen die jungen Tiere zu kämpfen haben: sie sind schwer krank und ihre Symptome deuten auf eine akute Lungenentzündung hin, einer Krankheit, die durch diverse transportbedingte Faktoren ausgelöst wird. Der Zielort für die Lämmer ist ein Schlachthof in Marokko.
Transporte wie diese sind nicht nur bis zum Ende eine Tortur für die Tiere, sondern auch für die Menschen in Marokko kein Gewinn: zu groß ist die Gefahr für die Einschleppung von Krankheiten und die Lebensmittelsicherheit ist bei einem Verzehr von derart kranken Tieren natürlich nicht gegeben. Wir werden bei allen Verantwortlichen Beschwerde einlegen und nicht aufhören, uns gegen dieses groteske System der Exporte von Tieren in Nicht-EU-Staaten einzusetzen. Damit Mitgefühl und Respekt endlich Vorrang vor Profitgier und Ignoranz haben.










