EU-Exporte: 500 Rinder sitzen im Hafen von Algericas in Spanien fest – Versorgung unmöglich!

Animals‘ Angels dokumentiert Tiertransporte im Hafen der südspanischen Stadt Algericas. Von hier aus setzen die meisten Transporte über die Straße von Gibraltar nach Marokko über.

Am Dienstagmorgen fahren acht Tiertransporte mit Rindern im Hafen ein und warten auf die Abfertigung nach Marokko. Teilweise haben die aus Spanien und Portugal kommenden Tiere bereits über 1.100 km und rund 20 Stunden auf dem Lkw hinter sich. Doch laut Wetterbericht herrscht in der Meerenge ein heftiger Sturm. Für die nächsten Tage werden alle Fähren nach Marokko gestrichen.

Die acht Transporte mit insgesamt rund 500 Rindern sitzen im Hafen fest. Es gibt keine Möglichkeit, die Tiere im oder in der Nähe des Hafens abzuladen und zu versorgen. Der nächstgelegene Entladestall ist 641 km entfernt und dort ist nur Platz für die Tiere von vier Transporten. Deshalb muss ein Teil der Transporte zu ihrem Ausgangsort zurückkehren. Die anderen erreichen nach über acht Stunden Fahrt – also einem weiteren Langstrecken-Transport für die Tiere – den ‚Notentladestall‘ und können endlich mit Wasser und Futter versorgt werden.

Es war vollkommen unverantwortlich, die Tiertransporte trotz des angesagten Sturms am Ausgangsort abzufertigen. Doch auch kurzfristig kann das Wetter umschlagen bzw. gibt es, wie weithin bekannt, mannigfaltige Gründe, die auf solch langen Tiertransportrouten wie dem Export nach Marokko, zu Problemen und Verzögerungen führen können.

Transporte lebender Tiere in ein Nicht-EU-Land über einen Hafen abzufertigen, der keine Entlademöglichkeit für die Tiere bietet, widerspricht den EU-Tierschutz-Vorschriften und zeugt von absoluter Gleichgültigkeit gegenüber den Tieren.

Animals‘ Angels fordert die verantwortlichen Veterinärämter in der EU – und insbesondere in Deutschland, Spanien, Frankreich, Portugal und den Niederlanden – dazu auf, keine Tiertransporte mehr über den Hafen von Algericas abzufertigen.


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