EU-Exporte: Trotz anhaltender Debatte – Kühe leiden auf Transporten von Deutschland nach Russland und Aserbaidschan

Animals' Angels kontrolliert Export-Transporte von Rindern in Deutschland und Polen. Die Diskussion, ob Rinder aus der EU in Nicht-EU-Länder transportiert werden dürfen, in denen es keine Tierschutzgesetze gibt, hält weiterhin an. Zumindest in der Theorie. Denn während unseres Einsatzes entdecken wir erneut Export-Transporte, bei denen noch nicht einmal die Mindeststandards der EU-Tierschutz-Transport-Verordnung eingehalten werden. Das ist unfassbar!

Die Färse Hilda zum Beispiel: Sie wurde in Niedersachsen verladen, obwohl sie fast an die Decke des Transporters anstößt. Sie fährt nicht zum nächsten Stall um die Ecke – ihre Reise geht über Tausende Kilometer nach Russland, über schlechte Straßen mitsamt Schlaglöchern. Jeder kann sich vorstellen, was die niedrige Decke bei so einem Transport für sie bedeutet. Dieser Tiertransport hätte so nicht genehmigt werden dürfen. Hier fehlt es eindeutig an Empathie und Pflichtbewusstsein gegenüber den Tieren. Wir sind frustriert, die Tiere auf den Transporten immer wieder so vorzufinden.

Auch an den folgenden Tagen wird es nicht besser: In Polen begleiten wir 3 Lkws aus Brandenburg bis kurz vor die polnisch-weißrussische Grenze. Laut Fahrer ist das Ziel Aserbaidschan. Auf einem der Lkws sehen wir Maike. Ihre Ohrmarke verrät uns, dass sie ursprünglich aus Hessen stammt. Erst kürzlich hat Hessen mutig Stellung für die Tiere bezogen und einen vorläufigen Export-Stopp in 14 Staaten ausgesprochen. Darunter auch Aserbaidschan. Aber solange es keine einheitliche Regelung für ganz Deutschland gibt, werden die so wichtigen Export-Stopps einfach umgangen: Tiere aus Hessen und anderen Bundesländern mit Export-Stopp werden in ein anderes Bundesland verbracht, wo die Amtsveterinäre kein Problem mit dem Ausstellen der Transportpapiere haben.

Dass sich nicht alle Bundesländer für einen Stopp der Exporte starkmachen, ist für uns nach so vielen Jahren mit den Tieren auf den Straßen unverständlich. Wir setzen uns weiterhin für Hilda, Maike und all die anderen Tiere ein und machen mit unseren Vor-Ort-Berichten und Beweisen Druck auf Politik und Behörden.

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