Färsen von Deutschland nach Zypern – Transportzeit weit überschritten

Animals‘ Angels wurde auf zwei Tiertransporte mit deutschen Färsen aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten: Im Mai wurden die Tiere aus Deutschland nach Italien gebracht. Nun wurden die schwangeren Tiere von dort aus weiter bis nach Zypern transportiert. Da wir zu diesem Zeitpunkt nicht vor Ort sein konnten, begleiteten wir den Fall aus der Ferne.

Als die Färsen am Hafen von Lavrio in Südgriechenland ankamen, hatten sie bereits viele Stunden Fahrt, Wartezeiten am Hafen in Italien und eine Fährüberfahrt von Italien nach Griechenland hinter sich. Insgesamt waren sie schon mehr als 30 Stunden auf den Lkw. Dennoch wurden sie anschließend direkt auf die nächste Fähre gefahren – was mindestens 38 weitere Stunden allein für die Fährüberfahrt bedeutet hätte. Und dass, obwohl die maximal erlaubte Transportzeit von 29 Stunden bereits überschritten war und die Temperaturen vor Ort gemäß Wetterdiensten auf über 30 °C kletterten.

Animals‘ Angels setzte telefonisch und via E-Mail alle Hebel in Bewegung, um dies zu verhindern – mit Erfolg. Schließlich wurden die Transporte von den griechischen Behörden gezwungen, die Fähre wieder zu verlassen und einen nahegelegenen Stall aufzusuchen, um die Färsen abzuladen und die obligatorische 24 stündige Ruhepause durchzuführen.

Da die Fähre nach Zypern nur einmal die Woche fährt, verblieben die Färsen für einige Tage im Stall und konnten sich von den Strapazen erholen. Doch der Transport ging weiter: Die Färsen wurden schließlich die Färsen wieder auf die Transporter geladen und bis nach Zypern transportiert.

Die Verordnung zum ‚Schutz der Tiere während des Transportes‘ sieht leider Ausnahmen für Fährtransporte vor und ermöglicht so das Einsperren von Tieren in den Lkw für 38 und mehr Stunden. Animals‘ Angels setzt sich auch deshalb für eine Änderung der EU-Tierschutz-Transportvorschriften ein.