Für bessere Kontrollen von Tiertransporten: Animals' Angels schult Polizisten in Frankreich (Tag 1)

Animals‘ Angels ist in Metz, Frankreich: Gemeinsam mit der französischen Tierschutzorganisation Welfarm schulen wir Polizisten in der Kontrolle von Tiertransporten. Mit unserer langjährigen praktischen Erfahrung berichten wir den Polizisten aus erster Hand über die häufigsten Probleme auf den Transporten und vermitteln die wesentlichen Bestandteile der europäischen Transportverordnung. Anhand von Praxisbeispielen erklären wir den Beamten, worauf sie besonders bei den Kontrollen achten müssen.

Nach viel Theorie, Fragen und angeregter Diskussion am Vormittag geht es nachmittags auf die Straße. Hier setzen die Polizisten das erlernte Wissen motiviert in die Praxis um. Nicht lange müssen die Patrouillen warten, bis ein Tiertransport mit Kälbern aus Holland vorbeifährt. Der Transporter wird zur Polizeistation eskortiert, wo wir gemeinsam eine umfangreiche Kontrolle durchführen. Das Interesse der Beamten ist groß und wir freuen uns, wie sie die theoretischen Aspekte jetzt neugierig und motiviert in der Realität betrachten und diskutieren.

Die Kälber lassen sich davon kaum beeindrucken, sie haben ausreichend Stroh und Platz zur Verfügung und ruhen. Aus Holland werden sie bis nach Spanien transportiert. Falls unterwegs keine Verzögerungen auftreten, sollte der Transport den Zielort innerhalb der erlaubten Transportzeit für Kälber erreichen. Da auch die Transportpapiere ohne Beanstandung sind, kann der Fahrer die Fahrt fortsetzen.

Der Transport wird so ‚gut‘ durchgeführt, wie der Handel mit fühlenden Wesen eben ‚gut‘ sein kann: Es ist gezwungenermaßen eng auf dem Lkw, doch alle Kälber haben Platz, um sich umzudrehen und auf der sauberen und dicken Strohschicht zu ruhen. Die Tränken sind auf dem neusten Stand der Technik und ganz junge Kälber könnten sogar mit erwärmter Elektrolyt-Lösung versorgt werden. Ein Resultat der jahrelangen Arbeit von Animals‘ Angels und anderen Organisationen?

Natürlich ist es erfreulich, dass Levin, Max und die anderen Kälber nicht in engen und dreckigen Verhältnissen leiden müssen. Doch die Frage, ob solche Transporte gerechtfertigt sind, bleibt. Was die Kälber nach weiteren zwölf Stunden Transport in Spanien erwartet, ist ungewiss.

In der abschließenden Besprechung tauschen wir mit den Beamten unsere Beobachtungen und Erwägungen aus. Die Bemerkung einiger Teilnehmer – „Wir haben heute vieles gelernt!“ – stimmt uns positiv, dass die sensibilisierten Polizisten in Zukunft öfter und kompetent Tiertransporte kontrollieren werden und den Tieren helfen können.