Gran Canaria, Spanien: Langstreckentransport von Kälbern und eine verdreckte Mastanlage

Animals‘ Angels ist im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria. Wir warten auf zwei Transporte mit französischen Kälbern, die mit der Fähre aus dem südspanischen Cádiz ankommen sollen. Wenn sie da sind, werden die Tiere über 50 Stunden am Stück auf dem Lkw gewesen sein.

Die Transportbedingungen sind nicht gut, das musste schon unser Team in Cádiz feststellen. Die Ladedichte ist zu hoch, die Einstreu war bereits vor der Überfahrt nass und verdreckt. Dazu kamen die unglaubliche Hitze und ein hoher Seegang auf dem Atlantik. Wir sind froh, als die Fahrer uns bei der Ankunft berichten, dass alle Tiere den Transport überlebt haben. Auch sie schienen Schlimmstes befürchtet zu haben.

Wir begleiten einen der Transporte zum Zielort. Es handelt sich um eine gut abgeschirmte Mastanlage inmitten von Bananenplantagen. Hier weht kein Lüftchen. Es ist stickig und heiß. Trotzdem springen die Kälber herum. Augenscheinlich vor Freude, da sie nach dem langen Transport endlich Platz für sich haben. Sie stürzen sich auf das angebotene Futter und Wasser.

Derweil schauen wir uns die Stallungen an und sind entsetzt. Die Pferche sind vollkommen verdreckt, alles macht einen heruntergekommenen Eindruck. Die Tiere stehen teilweise knöcheltief im Mist. Manche stehen zusammengepfercht unter einem Wellblechdach, andere haben überhaupt keinen Schatten. Unter ihnen sind Marie und Melanie. Beide sind bereits vor ‚unseren‘ Kälbern nach Gran Canaria gekommen. Marie kommt aus Frankreich. Sie scheint auf einem Auge blind. Das Auge ist zudem entzündet. Ihre Beine sind bis zu den Knien dick verkrustet mit Mist. Melanie kommt aus Deutschland, aus Bayern. Sie ist ein schönes Tier. Melanie ist neugierig und scheint verspielt.

Wie die meisten anderen Kälber, die aus verschiedenen EU-Ländern auf die Kanaren verfrachtet werden, werden Marie und Melanie spätestens 90 Tage nach ihrer Ankunft auf der Insel geschlachtet werden. Sie werden eine Tortur hinter sich haben, nur um auf einem Teller in einem Touristenressort zu enden. Das darf nicht sein. Es ist höchste Zeit, den vollkommen unnötigen Langstreckentransporten von ‚Schlacht’tieren ein Ende zu setzen!

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