Erschöpfung, Neugier, Hoffnung. Wir blicken in die Augen von Mila, Hanna, Lea und der anderen Schweine. Sie alle befinden sich auf einem der insgesamt sieben Tiertransporter, die vom spanischen Festland auf die Kanarischen Inseln transportiert werden sollen. Aufgrund des starken Windes, eines technischen Defekts des Transportschiffes und mangelnder Kommunikation wurden sie für insgesamt 3 Tage – eingeschlossen in den Transporter – am Hafen von Cádiz, Südspanien, festgehalten. Erst danach begann die lange und kräftezehrende Überfahrt auf die Kanarischen Inseln. Bereits im Hafen von Cadiz hören wir sie durchgehend vokalisieren – diese für Schweine in Konflikt- und Stresssituationen typischen, schrillen Laute.
Mila, Hanna und Lea kommen am Hafen von Teneriffa an und werden dort von einem unserer Teams erwartet. Sie sind weibliche Schweine, die auf den Kanarischen Inseln zur „Zucht“ verwendet werden sollen. Der beißende Ammoniakgeruch begleitet uns unweigerlich, als wir dem Transporter zum Bestimmungsort folgen. Wir sind schockiert, als wir den Tieren gegenübertreten. Viele von ihnen sind sichtlich erschöpft und haben eingefallene Flanken. Es ist unklar, ob für die Tiere jemals Einstreu verwendet wurde oder ob diese durch den Urin und das Wasser auf der Überfahrt weggewaschen wurde. Feststeht: bei der Ankunft am Bestimmungsort stehen die Tiere auf blankem Metallboden. Der Gedanke, dass sie in den Augen mancher nicht einmal dieses Minimum an Komfort verdient haben und wie es ihnen damit mit dem Seewind auf der Überfahrt ergangen sein muss, versetzt uns einen Stich. Wir müssen schockiert feststellen, dass manche Tiere auf Artgenossen stehen, welche sich nicht mal mehr wehren und keinen Laut mehr von sich geben. Leider wird unserem Team der Zugang zum Betrieb verwehrt. Somit können wir weder die Entladung beobachten, noch feststellen, ob die Tiere in der Lage sind aufzustehen. Was wir aber sehen können, ist, dass die Schweine unter beengten Verhältnissen stehen und am ganzen Körper dreckig sind. Damit sie sich unter den menschengemachten Haltungsbedingungen auf den Betrieben nicht verletzen, wurden ihre Schwänze kupiert.
In Gedanken entschuldigen wir uns bei den Tieren dafür, was ihnen von Menschen angetan wurde und sind tief berührt von dem Kampfgeist, den manche Tiere immer noch an den Tag legen. Neugierig interessieren sie sich für ihrer Umwelt und scheinen nicht daran zu denken, sich ihrem Schicksal zu ergeben.
Dieses Leiden darf nicht ignoriert werden! Wir werden Beschwerde bei den zuständigen Behörden einlegen und uns weiter für eine Welt einsetzen, in der Tiere endlich den Respekt erfahren, den sie verdienen. Begegnungen wie diese mit Mila, Hanna, Lea und ihren Artgenossen geben uns die Kraft dazu.










