Indien: Aufklärungskampagne zum Schutz der Kälber in den Dörfern

Um sich bei den Göttern zu bedanken oder sie um etwas Besonderes zu bitten, bringen viele tausend Inder eine Gabe zum Tempel in Visakhapatnam. Viele von ihnen bringen ein junges Kalb, dass im Tempel-Goshala (einer Art Lebenshof) Zuflucht und ein schönes Leben finden soll.

Allerdings nimmt der Tempel-Lebenshof nur ‚reinrassige‘ indische Kälber an. Eine überwältigende Mehrheit der abgegebenen Kälber ist gemischtrassig und wird vom Tempel abgewiesen, wie z. B. Tamala. Wenn sie Glück haben, werden diese Tiere von unserer Partnerorgansiation VSPCA aufgenommen und versorgt. Oftmals geht es ihnen sehr schlecht, sie sind viel zu jung und schwach. Wenn sie Pech haben, werden sie von Schlachthändlern aufgegriffen oder sie irren alleine umher – viel zu klein, um sich selbst zu versorgen.

In einer regionsübergeifenden Aufklärungskampagne sind wir seit April in Dörfern im Einzugsgebiet des Tempels unterwegs. Ausgerüstet mit Plakaten, Flugblättern und einem LKW mit Bannern erklären wir den Menschen, ihren Kälbern nicht den langen Weg zum Tempel-Lebenshof zuzumuten, zu dem die Tiere gar keinen Zutritt haben.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Kälber gemeinsam mit ihren Müttern in den Dörfern fürsorglich versorgt und artgerecht untergebracht werden. Außerdem informieren wir allgemein über die Tierschutzprobleme beim Transport und in Haltungen und erklären die strengen Vorgaben des indischen Tierschutzgesetzes.

Das Interesse an unserer Kampagne ist groß und die Resonanz bei den Dorfbewohnern und Landwirten durchaus positiv. Unser Partner VSPCA berichtet, dass die Zahlen der ‚nicht-indischen‘ Kälber, die am Tempel abgesetzt werden, bereits merklich abnehmen. Das Aufklärungsprojekt ist Teil unseres Cattle Respect Programme, mit dem wir uns seit 2012 gemeinsam mit der VSPCA für einen respektvollen Umgang der indischen Kühe und Büffel einsetzen.