Italien: Gelten die Gesetze zum Schutz der ‚Schlacht'tiere auf den Transporten nur auf dem Papier?

In Italien finden und kontrollieren wir zahlreiche Tiertransporte. Dabei stoßen wir sowohl auf Transporte mit ‚Zucht-‘ als auch ‚Schlacht’tieren.

In einem Transport finden wir Bella, Kathi und Hilde. Gemeinsam mit 87 anderen Schweinen aus Deutschland werden sie von Tschechien über Italien per Fähre nach Griechenland gebracht. Sie sind sogenannte ‚Zucht’tiere. Der Fahrer erklärt uns, dass jedes Tier etwa 4.500 Euro wert sei. Laut Planung dauert ihr Transport mit Pausen etwa fünf Tage. Viel zu lang, finden wir! Denn solch lange Tiertransporte sind immer ein großes Risiko für die Tiere – wir lehnen sie deshalb vehement ab. Doch wenigstens haben sie ausreichend Platz. Sie sind sauber und stehen und liegen auf frischer Einstreu. Und aus sicherer Quelle erfahren wir, dass die anschließende 24-stündige Pause tatsächlich eingehalten wurde.

Deutlich anders ergeht es den Färsen auf einem Transport von Slowenien nach Italien. Magda, Kasia, Ema und die anderen kommen ursprünglich aus Tschechien, Polen und Lettland. Sie sollen in Italien geschlachtet werden. Wir finden ihren Transporter auf einem Parkplatz an der Autobahn. Während in der Fahrerkabine der Fernseher läuft, versuchen die Tiere hinten im Lkw ihr Gleichgewicht zu halten. Es ist eng. Im Gedränge schieben sie sich gegenseitig umher und stechen sich mit ihren langen Hörnern. Die Färsen wirken rastlos, ihr Fell ist feucht. Sie sind dreckig und stehen in einem Matsch aus ihren eigenen Exkrementen.

Die EU-Gesetze zum Schutz der Tiere beim Transport machen keinen Unterschied zwischen ‚Zucht-‘ und ‚Schlacht’tieren. In der Realität gilt aber vor allem der Schutz der ‚Schlacht’tiere oftmals nur noch auf dem Papier. Solange diese Tiertransporte nicht aufhören, fordern wir: Auch die ‚Schlacht’tiere müssen wenigstens den Schutz erhalten, der ihnen laut Gesetz zusteht.

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