Am Mittwochnachmittag wartet ein Team von Animals’ Angels im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria auf die Ankunft eines Schiffes, das lebende Tiere vom spanischen Festland transportiert.
Sieben Tiertransporter erreichten am Samstagmorgen den Hafen von Cádiz in Südspanien, um per Fähre auf die Kanarischen Inseln überzusetzen. Aufgrund eines technischen Defekts und des starken Windes konnte die Fähre den Hafen jedoch erst am Dienstagabend verlassen. Das bedeutet, dass die Tiere drei Tage lang in den Lkw eingeschlossen waren (ohne die Zeit einzurechnen, die sie bereits vom ursprünglichen Abfahrtsort bis Cádiz unterwegs waren), bevor sie eine mehr als 36-stündige Fährüberfahrt antraten. Zwei Teams von Animals’ Angels waren auf Gran Canaria und Teneriffa im Einsatz, um die Lkw bis zu ihrem endgültigen Bestimmungsort zu begleiten.
Am frühen Mittwochabend verlassen zwei mit Kälbern beladene Lkw die Fähre. Wir begleiten sie und müssen voller Sorge feststellen, dass ihr Leidensweg noch nicht vorbei ist: Die Bergstraßen, auf denen sich die Lkw bewegen, sind so steil und kurvenreich, dass die Fahrzeuge an manchen Stellen vorübergehend den Verkehr blockieren. Nach fünf Tagen dürfte die Einstreu in den Lkw nahezu nicht mehr vorhanden sein, und der Boden ist wahrscheinlich rutschig von Kot und Urin, sodass jede Kurve für die Tiere im Inneren zur Qual wird.
Nach etwa 45 Minuten halten die Lkw auf einer freien Fläche am Straßenrand. Dort warten zwei kleinere Fahrzeuge, die nicht für Tiertransporte ausgelegt sind. Zu unserem Entsetzen – wenn auch leider nicht zu unserer Überraschung – werden die Kälber aus den ursprünglichen Lkw ausgeladen und in diese kleineren Fahrzeuge umgeladen. Dieser illegale Vorgang dauert insgesamt etwa 90 Minuten. Die Transporter bringen die Tiere auf einen ca. 15 min entfernten Betrieb. Die Straße dorthin ist so schmal, steil und voller enger Kurven, dass es nahezu unmöglich erscheint, dass die Kälber während der Fahrt nicht stürzen.
Die derzeitige Gesetzgebung legt eine maximale Transportdauer von 29 Stunden für Rinder fest. Danach müssen die Tiere an einer zugelassenen Kontrollstelle entladen werden, wo sie sich 24 Stunden lang ausruhen müssen. Vom Zeitpunkt ihrer Ankunft im Hafen von Cádiz bis zur Entladung auf dem Hof verbrachten diese Kälber allerdings mehr als 100 Stunden in den Lkw – wahrscheinlich sogar noch länger, wenn man berücksichtigt, dass die Fahrt nach Cádiz vom ursprünglichen Abfahrtsort ein oder zwei Tage gedauert haben wird.
Eine Pressemitteilung von Animals’ Angels und ANDA, in der die Verzögerung im Hafen von Cádiz angeprangert und die Einrichtung einer geeigneten Entladestelle im Umfeld der Häfen in der Nähe von der Straße von Gibraltar gefordert wird, ist bereits in spanischen Medien erschienen und kann hier heruntergeladen werden.










