Katar: Besuch bei den deutschen Kühen in Katar

Diesen Sommer wurden die ersten Kühe aus Deutschland, Holland und Ungarn nach Katar geflogen. Die Kühe sollen in der Wüste der Milchwirtschaft und der Selbstversorgung des Landes dienen. Als wir sie besuchen, muss ich an den Begriff ‚Animal Machines‘ aus Ruth Harrisons Buch denken. Die Tiere scheinen ordentlich versorgt zu werden, der Großbetrieb hat ein gutes Management und die Arbeiter gehen freundlich mit ihnen um.

Sie sind in großen, klimatisierten Hallen untergebracht.  Alles ist recht sauber und die Tiere stehen auf hellem Sandboden. Einige Kühe sind recht dünn und ein paar gehen lahm, vermutlich sind das Folgen der Umstellung oder des Transports. Der Melkstand ist draußen und nach dem Melken sind die Tiere sichtbar erschöpft und atmen schwer.

Aber das schlimmste ist, dass sie hier ein vollkommen unnatürliches Leben führen. Grüne Wiesen, 15 bis 20 Grad, ab und zu Nieselregen – so lieben es Kühe. Doch das werden sie niemals wieder erleben. In ihren Hallen ist alles grau in grau, kein Vogelgezwitscher, kein Wind, kein Grün, nur der bedrückende Lärm der Klimaanlagen.

Unser Resümee: Man ist darum bemüht, dass die Tiere gesund und produktiv sind und bestimmt geht es ihnen hier besser als in einer Anbindehaltung in Deutschland, aber ein Kuhleben haben sie nicht. Sie werden zu ‚Animal Machines‘ degradiert.