Katar: Deutsche Kühe auf Mega-Milchfarm mit 14.000 Tieren – bald sollen es 40.000 sein

Animals’ Angels ist erneut bei den deutschen ‚Milch’kühen in Katar. Vor eineinhalb Jahren wurden sie hierher in die Wüste geflogen. Zusammen mit Kühen aus Ungarn, den Niederlanden und den USA sollen sie seitdem in Katar für die Selbstversorgung der Bevölkerung mit Milchprodukten sorgen. Mittlerweile leben bereits 14.000 Kühe auf der riesen Anlage, bald schon sollen es bis zu 40.000 Tiere sein.

Seit unserem letzten Besuch hat sich einiges verändert. Auf den ersten Blick präsentiert sich das Unternehmen mit seinem Mega-Projekt transparent und offen. Zum Beispiel wurde eine Besucherhalle errichtet, von der aus eines der insgesamt sechs Melkkarusselle beobachtet werden kann. Pro Karussell können gleichzeitig 100 Kühe gemolken werden. Informationstafeln und -filme sollen die Besucher über die verschiedenen Produktionsschritte sowie die Erfolge und Ziele der Mega-Milchfarm aufklären.

Doch leider wurde bei all dem Marketing vergessen, über die wichtigsten Protagonisten und deren Bedürfnisse zu sprechen: nämlich die Kühe. Warum die Kühe eigentlich Milch geben und was mit ihren Kälbern passiert, wird stillschweigend ausgeklammert. Produktivität und Effizienz stehen hier im Mittelpunkt – nicht die Tiere.

Sicherlich wird auf gutes Management, eine anständige Versorgung der Tiere sowie hohe Hygienestandards viel Wert gelegt. Die Kühe, die wir im Melkkarussell beobachten können, sehen äußerlich auch ganz ok aus – da kennen wir aus der EU z. T. ganz andere Bilder. Aber ein Kuhleben ist das trotzdem nicht in diesen hochmodernen, von der Außenwelt abgeschlossenen und tristen Anlagen. Wo sind die grünen Weiden, die frische Luft und die angenehm kühlen Temperaturen, die sie eigentlich mögen?

Wir versuchen mit einem verantwortlichen Tierarzt oder Manager zu sprechen, doch leider ist dieses Mal niemand für uns erreichbar. Aus zweiter Hand erfahren wir, dass die männlichen Kälbchen entweder am eigenen Schlachthof geschlachtet oder weiterverkauft werden. Schließlich sind sie für die Milchindustrie überflüssig. Die EU-Tierschutz-Bestimmungen werden dabei nicht eingehalten – und dennoch exportieren Deutschland und andere EU-Mitgliedsstaaten lebende Tiere hierher.

Deshalb setzen wir uns in der EU für einen Exportstopp nicht nur von ‚Schlacht’tieren, sondern auch von ‚Zucht’tieren ein. Denn gerade durch sie werden solche Mega-Projekte erst möglich gemacht. Leider wissen wir, dass wir solche Projekte nicht einfach aufhalten können. Deshalb machen wir uns vor Ort dafür stark, dass Tierschutz hier endlich an Bedeutung gewinnt. Das ist zwar ein langer Weg, aber nur so können wir nachhaltig etwas für die Tiere erreichen.

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