Wir sind unterwegs im Nordwesten Deutschlands. Unser Team startet im Norden Hamburgs, um einen Einblick in die Transporte in dieser Gegend zu bekommen. Staus, verschlossene Tore am Zielort und Menschen, die uns abweisen: Trotz dieser Herausforderungen blicken wir immer wieder in die Augen von Tieren und können sie ein Stück auf ihrer oftmals letzten Reise begleiten. Die Hühner Martin, Alexander und Johannes verhalten sich ruhig und dösen, als wir sie bei einem kurzen Halt vor dem Schlachthof mitten in der Nacht auf einer Tankstelle begutachten können. Wenige Wochen haben sie auf dieser Welt verbracht, bevor sie in Kisten gesperrt und auf einen Transporter verladen wurden. Trotz der traurigen Szene sind wir erleichtert zu sehen, dass den Tieren dieses Mal mehr Platz als üblich zugestanden wurde und sie nicht zu lange unterwegs sein mussten. Dennoch zieht es uns den Magen zusammen, als wir die Tiere an den Toren eines riesigen Schlachthofes verlassen müssen.
Ähnlich ergeht es uns, als wir einen Schweinetransporter begleiten. Obwohl die Tiere sehr wahrscheinlich so viel Platz haben wie gesetzlich vorgeschrieben, können sich Marianne, Lieselotte und Marie nur schwer hinlegen. Die schiere Größe der Schlachtanlagen und die Systematik, mit denen diese riesige Anzahl an Tieren getötet werden, lässt uns sprachlos zurück – ein Spiegel unserer gesellschaftlichen Gier nach Profit und Fleisch.
Alle gesammelten Informationen fließen in unsere Dokumentationen ein und liefern wertvolle Hinweise für zukünftige Einsatzplanungen. Martin, Alexander, Johannes, Marianna, Lieselotte und Marie können wir damit leider nicht helfen. Erlebnisse wie diese erinnern uns aber wieder an einen wichtigen Teil des Leitbilds und der Ethik von Animals‘ Angels, die uns jeden Tag antreibt und uns mit Dankbarkeit erfüllt, wenn wir sie erfüllen können: den Tieren auf ihrer letzten Reise beizustehen und ihnen zu zeigen, dass wir sie sehen.










