Lämmer leiden unter Hitze auf Transport in Griecheland – Lamm Heliu stirbt während der Fahrt

Nach unserem Großeinsatz im Juli auf der Route Spanien-Italien sind wir jetzt an der Grenze zwischen Bulgarien und Griechenland. Was wir dort vorfinden ist traurig und enttäuschend: Denn obwohl in ganz Europa über den Transport von Tieren bei Hitze diskutiert wird, finden sie weiterhin ungehindert statt. Schon am ersten Tag sehen wir Lämmer, die trotz 35 °C den weiten Weg von Nordrumänien bis in den Süden Griechenlands über sich ergehen lassen müssen.

Bereits beim ersten Blick in den Tiertransporter enthüllt sich ein schlimmes Bild: Wir finden Lamm Heliu – er liegt erschöpft auf dem Boden und ist offensichtlich in seinen letzten Atemzügen. Die Hitze im inneren des Transportes muss unerträglich sein. Als wir ihm auf die Beine helfen wollen, fühlen wir, wie sein ganzer Körper glüht. Der Metallboden unter ihm ist kaum bedeckt mit Einstreu und brennend heiß. Helius ganzer Körper wird förmlich von der Hitze zerstört.

Wir versuchen ihm Wasser zu geben, doch er ist zu erschöpft. Er kann weder trinken noch stehen. Uns bleibt nur, ihn etwas mit Wasser abzukühlen. Leider können wir den Transport nicht von der Polizei anhalten lassen, denn das würde bei diesen Temperaturen das Leben aller Schafe gefährden. Denn eine solche Kontrolle kann Stunden dauern. Im Lkw sind so viele Tiere, dass die Luft zwischen ihnen kaum zirkulieren kann.

Also fährt der Lkw weiter und wir folgen ihm bis zum Schlachthaus südlich von Athen. Bei der Ankunft können wir Heliu noch einmal kurz sehen – sein Leiden hatte in der Zwischenzeit ein Ende. Er ist unterwegs gestorben.

Traurig fahren wir zurück zur Grenze. Aber Helius Geschichte wird nicht vergessen sein. Denn wir werden über sein Schicksal und dieses brutale Geschäft berichten, das offensichtlich keine Grenzen kennt – auch nicht bei diesen unzumutbaren Temperaturen.