Las Palmas de Gran Canaria: Unnötige Wartezeiten führen zu unnötigem Leid

Animals' Angels ist im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria. Wir warten auf einen Transport von spanischen Kälbern. Anna, Nadia und Magda sind drei der 111 Kälber, die sich an Bord des Transports befinden, der mit der Fähre aus Cádiz, Südspanien, gebracht wird.

In Cádiz hatten wir vor der Überfahrt die Gelegenheit, die Tiere an Bord des Lastwagens zu sehen und mit dem Fahrer zu sprechen. Die Bedingungen des Transports sind schlecht. Das Einstreumaterial ist bereits schmutzig und nass. Die Tiere sind alle mit ihrem eigenen Urin und Exkrementen bedeckt. Die Ladedichte ist hoch und die Tiere können sich nicht gleichzeitig hinlegen und ausruhen. Das Kalb Anna sieht sehr müde aus, mit dem Kopf auf dem Boden und geschlossenen Augen; sie kann sich kaum bewegen oder den Kopf heben. Hier im Hafen von Cádiz müssen die Tiere mehr als zusätzliche 14 Stunden an Bord des Lkw warten, bevor dieser auf die Fähre fahren und auf die Kanarischen Inseln übersetzen kann.

Wir sind sehr besorgt über den Zustand von Anna und den anderen Tieren. Wir beschließen, sie bis zu ihrem Ziel zu begleiten. Im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria sind die Transportbedingungen noch schlechter. Aus dem Lkw strömt ein starker Geruch, die Tiere sind völlig verdreckt, machen einen sehr erschöpften und durstigen Eindruck. Einige von ihnen lecken an den Metallstangen. Glücklicherweise erreicht der Lkw sein Ziel bereits nach 30 Minuten ab dem Hafen von Las Palmas de Gran Canaria.

Auf der Farm wird uns gesagt, dass wir uns dem Lastwagen nicht nähern dürfen und das Entladen nur aus der Ferne beobachten können. Die Tiere sind froh, dass sie endlich Platz haben und sich frei bewegen können. Auch Anna wird entladen, sie sucht wie die anderen verzweifelt nach Wasser und Futter.

Doch das Ausladen ist noch nicht beendet: ein Tier ist noch an Bord des Lkw. Auch wir sind jetzt in der Nähe des Lastwagens. Wir sehen das Kalb Magda, das mit geschlossenen Augen und aufgeblähtem Bauch daliegt und kaum atmet. Wir wissen nicht, wie viele Stunden sie in dieser Lage war. Der Fahrer wäscht ihr den Kopf mit Wasser und glücklicherweise kann sie etwas Wasser trinken. Sie hat jedoch immer noch Schwierigkeiten zu atmen. Nach ein paar Minuten öffnen die Arbeiter und der Besitzer ihr Maul und stecken ihr einen Holzstab hinein. Dieser Stab hat ein Loch, durch das sie einen Schlauch schieben, der bis Magdas Magen reicht, damit die Luft aus diesem entweichen könne, wie die Arbeiter uns sagen.

Dann suchen die Arbeiter nach einem Seil, um Anna aus dem Lastwagen herauszuziehen. Wir mischen uns ein und bitten sie, Magda einfach eine Weile ruhen zu lassen. Wieder werden wir daraufhin aufgefordert, den Hof zu verlassen und nicht bei der Arbeit zu stören. Am Ende kann Magda ihre Kräfte sammeln und schafft es, aufzustehen und auf ihren eigenen Füßen aus dem Lastwagen zu gehen.

Schließlich fordern uns der Besitzer und der Fahrer zum dritten Mal auf, die Farm zu verlassen. Nach 2 Stunden sind wir jedoch wieder zurück auf dem Hof, um uns Magdas Situation anzuschauen. Glücklicherweise können wir sehen, dass sie noch am Leben ist und in einem abgelegenen Bereich mit Schatten und Wasser untergebracht ist.

Dieser Transport ist ein weiteres anschauliches Beispiel dafür, was mit den Tieren geschieht, wenn sie mindestens drei Tage lang nonstop an Bord der LKW transportiert werden. Wir bereiten jetzt eine umfassende Beschwerde gegen diesen und andere Transporte bei den zuständigen Behörden in Spanien vor, um diesen unnötig langen Transporten endlich ein Ende zu setzen.

Weitere Einsätze und Neuigkeiten

In Italien begleiten wir einen Tiertransport mit ‚Schlacht’pferden. Die Tiere sind noch jung, weniger als ein Jahr alt.…

Weiterlesen