‚Lege‘hennen werden von Belgien nach Polen auf Maschengitter transportiert

,Lege'hennen werden auf Maschengitter transportiert

Die Federn quellen seitlich aus den Maschengitter-Käfigen heraus, während die ‚Lege‘hennen übereinander sowie kreuz und quer in die engen Käfige gepfercht sind. Die Tiere können sich kaum bewegen, so eng ist es in den Transportbehältnissen. Ihre Zehen krallen sich an das Fußbodengitter der Käfige, um Halt zu finden. Währenddessen fällt der Kot durch den Gitterboden auf die Tiere in den darunter liegenden Käfigen. Jeweils sieben Käfige werden übereinandergestapelt. 9.408 Tiere werden so auf dem LKW von Belgien nach Polen vermutlich zu einem Schlachthof transportiert - über 900 km - bei einer reinen Fahrdauer von etwa 13 Stunden. Sie alle sind fühlende Individuen, die wie leblose Objekte in volle Container gezwängt werden, in denen sie sich kaum bewegen können. Keine der Hennen weiß, was mit ihr geschehen wird. So können sie ihr Schicksal nur erdulden und ertragen.

Nach den EU-Vorschriften müssen die Tiere mindestens nach 12 Stunden getränkt und gefüttert werden. Wir sehen zwar, dass die Container eine Vorrichtung zum Tränken haben, aber die Schläuche für die Wasserzufuhr hängen unverbunden von der Decke. Und selbst wenn es Wasser gäbe, hätten nicht alle Tiere Zugang dazu, weil die Käfige zu eng sind.

Was erschwerend hinzu kommt: der Transporter ist auf beiden Seiten mit LKW-Planen abgedeckt, was die Ventilation deutlich eingeschränkt. Das kann besonders bei höheren Temperaturen im Inneren des LKWs zu schwerwiegenden Folgen für die Tiere führen. Durch die fehlende Luftzirkulation kann sich dort die Hitze stauen, gerade wenn die Hühner so eng wie in diesem Fall in die Käfige gepfercht sind. 

Wir folgen dem Transport und veranlassen eine Polizeikontrolle.  Auch sie stellt fest, dass die Tiere u.a. zu dicht beladen sind und an Bord nicht versorgt werden können. Sie nimmt die Verstöße auf. Allerdings ist es bei einer Anzahl von fast 10.000 Hühnern nahezu unmöglich, sie „notzuentladen“ bzw. umzuladen, selbst wenn die Verstöße es rechtfertigen würden. So darf der Transport weiterfahren, um nicht zusätzliche, weitere Verzögerungen für die Tiere zu riskieren. 

Wir werden bei den zuständigen Behörden Beschwerde einlegen und nachhaken, welche Konsequenzen es für Transporteur und Organisator des Transportes gibt. Des Weiteren setzen wir uns für kürzere Transportzeiten sowie ein Verbot von solch aus der Zeit gefallenen Gitterkäfigen einsetzen.