Marokko: Deutlicher Rückgang des Tierhandels auf dem Wochenmarkt in Mers-El-Kheir

Geschlossener Schlachthof in Mers El Kheir

Animals’ Angels besucht mehrere, wöchentlich stattfindende Tiermärkte in Marokko. Auf dem Markt in Mers-El-Kheir stellt unser Team im Vergleich zu den Vorjahren eine positive Veränderung fest.

Die Zahl der zum Verkauf angebotenen Rinder ist stark zurückgegangen. Während bei früheren Besuchen in der Regel rund 600 Tiere auf dem Markt anzutreffen waren, wurden bei der aktuellen Inspektion nur noch etwa 15 Rinder festgestellt.

In der Vergangenheit dokumentierte Animals’ Angels wiederholt, dass auf diesem Markt Rinder aus der Europäischen Union, darunter auch Kühe aus Deutschland, unter alarmierenden Bedingungen gehandelt wurden. Viele dieser Tiere wurden anschließend in den direkt am Markt gelegenen Schlachthof verbracht. Die Schließung dieses Schlachthofs scheint der entscheidende Faktor für die deutlich reduzierte Marktaktivität zu sein. In der Anlage, in der wöchentlich tausende Rinder und Schafe geschlachtet wurden, wurde der Betrieb nun dauerhaft eingestellt.

Seit 2019 dokumentierte Animals’ Angels, dass EU-Rinder an diesem Ort ohne jegliche Tierschutzstandards unter grausamen Bedingungen geschlachtet wurden, die klar gegen die europäische Tierschutzgesetzgebung verstoßen und nach EU-Recht als Tierquälerei eingestuft würden.

Während des aktuellen Besuchs konnten wir bestätigen, dass der Schlachthof dauerhaft geschlossen ist. Wir sind erleichtert, dass an diesem Ort, der für die Tiere die reinste Hölle war, endlich nicht mehr getötet wird! Positiv ist auch, dass diese Entwicklung offenbar unmittelbare Auswirkungen auf die Zahl der auf dem Markt gehandelten Rinder hatte und einen wichtigen Schritt zur Verringerung des Leidens der Tiere im Zusammenhang mit dieser Handelsroute darstellen könnte. 

Leider hat die Schließung des Schlachthofs keine positiven Veränderungen für die auf diesem Markt gehandelten Schafe, Ziegen und Hühner gebracht. Sie werden dort weiterhin in großer Zahl unter absolut inakzeptablen Bedingungen verkauft und gehandelt. Wir werden uns weiterhin für die Tiere auf den Märkten Marokkos einsetzen und die Behörden auffordern, endlich Maßnahmen zu ergreifen.