Marokko: Einsatz auf dem Markt Larbaa en Ain Atiq

Heute macht sich unser marokkanisches Einsatzteam früh morgens auf den Weg, um einen neuen Markt in der Nähe von Temara zu erkunden. Bisher waren sie noch nicht dort vor Ort bei den Tieren, da der Markt erfreulicherweise v.a. für den Verkauf von Obst und Gemüse bekannt ist.

Ali, Habib und Boubaker wollen sich dennoch ein eigenes Bild machen: als sie gegen 07:00 Uhr auf dem Markt ankommen, sind bereits viele Menschen dort – sie wollen alle Gemüse kaufen. Bei einer Runde über das Marktgelände finden sie auch das an den Markt angegliederte Schlachthaus, was üblich für marokkanische Märkte ist. Dieses hier ist jedoch nicht in Betrieb, da es keine Lizenz besitzt – die Gründe dafür weiß niemand. Leider bedeutet das stillgelegte Schlachthaus nicht, dass auf dem Markt nicht auch Fleisch verkauft wird – es wird von anderen Schlachthäusern aus der Region eben auch hierher auf den Markt geliefert.

Auf dem Markt sind nur sehr wenige ‚Lasten’tiere. Der Grund dafür ist v. a. die gute Anbindung des Marktes an öffentliche Verkehrsmittel, sodass die Menschen mit diesen anreisen und ihre Tiere lieber zuhause lassen. Die wenigen Esel, die unser Team sieht, gehören hauptsächlich zu Händlern, die Flohmarkt- und Secondhand-Waren verkaufen.

Die meisten Esel und Pferde tragen keine Halfter, sondern sind entsprechend der ‚üblichen Praxis‘ an den Beinen angebunden oder haben z. T. Plastikstricke um den Hals geschnürt. Ali, Habib und Boubaker klären die Besitzer auf und ersetzen schlechte, unpassende Halfter oder Strickkonstruktionen mit neuen, passenden. Auch putzen sie wieder einige der Tiere und zeigen den Besitzern einen liebevollen, sanften Umgang mit ihren Tieren.

Die meisten Tiere sehen relativ gesund aus, bis auf Djamal: der Hengst ist in einem schlechten Allgemeinzustand, er ist sehr dünn und steht erschöpft in einer Ecke, die voll mit Müll ist. Am Rücken hat er einige offene Wunden, die wahrscheinlich von einem schlecht sitzenden Geschirr stammen. Unser Team bringt ihn mit einem neuen Halfter aus dieser Müllhalde raus und versorgt seine Wunden. Nach etwa 2 Stunden taucht Djamal’s Besitzer auf, ein 20-jähriger junger Mann, der seinem Tier trotz der vielen Erklärungen und Denkanstöße durch unser Team nicht viel Aufmerksamkeit schenken mag.

Wiederum andere Besitzer kommen nach anfänglichem Zögern freiwillig auf Ali, Habib und Boubaker zu, um nach Rat und besseren Halftern für ihre Tiere zu fragen – dies ein positives Zeichen, denn die Menschen zeigen schon beim ersten Kennenlernen von sich aus Interesse an der Arbeit unserer Teams.

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