Marokko: Einsatz auf dem Tiermarkt von Mers El Kheir

Das marokkanische Animals‘ Angels Team ist erneut im Einsatz für die Tiere auf dem Markt Mers El Kher. Sie beginnen bei den Eseln, die die ganze Woche über auf dem Marktgelände angebunden leben müssen, und versorgen verletzte Tiere. Während der Runde über den Markt sehen Ali, Habib und Boubaker viele ‚Lasten’tiere, die entzündete Augen haben. Sie reinigen diese und putzen einige Esel, Mulis und Pferde.

Beim Besorgen von Futter für die ‚Lasten’tiere, sehen sie viele Esel und Maultiere, die Karren von Gemüse und Obst ziehen müssen. Durch die schwere Arbeit – oft sind die Karren viel zu voll – tragen einige Tiere Schürfwunden davon, wie z.B. Khamis:

Khamis ist ein ziemlich kräftiger Esel, der auf seiner Kruppe eine offene Wunde hat. Ali, Habib und Boubaker wollen ihn zunächst vom Karren abspannen, um die Wunde besser versorgen zu können, allerdings schmerzt ihn das sichtlich und er lässt das Team zunächst nicht näherkommen. Das hat auch einen Grund: die Wunde sieht auf den ersten Blick beinahe verheilt aus, aber unter der Kruste ist sie immer noch voll mit Eiter. Schließlich kann das AA-Team die Wunde doch reinigen und desinfizieren.

Nach der Behandlung von Khamis bittet ein Bekannter der Besitzer unser Team um Hilfe. Sein Pferd Kabir hat auch eine Wunde, die versorgt werden muss. Letzte Woche hatte er Ali, Habib und Boubaker hier schon im Einsatz gesehen, sich damals aber nicht getraut, sie zu fragen, weil er selbst sein Pferd geschlagen hatte und sich deshalb schäme. Als der Mann Kabir bringt, erkennt das AA-Team sofort die riesige Wunde auf der rechten Seite seines Bauches. Sie muss bestimmt schon einige Wochen alt sein und ist mit Motorenöl bedeckt – dies ist eine gängige Methode, um offene Wunden zu schließen, wenn die Menschen sich keinen Arzt bzw. medizinische Versorgung leisten können.

Ali, Habib und Boubaker waschen und reinigen die Wunde zunächst, und versorgen sie anschließend mit geeigneten Wund-und Heilsprays bzw. Salben. Das Team redet eindringlich mit dem Besitzer von Kabir, der verspricht, niemals wieder sein Tier zu misshandeln. Ob das wirklich stimmt, wissen wir natürlich nicht, aber es gibt ein wenig Hoffnung dazu, denn immerhin hat er von sich aus das AA-Team um Hilfe für sein Tier gebeten – viele machen das erst gar nicht – und er bereut seine Tat sehr.

Das Positive an diesem Tag ist, dass unser AA-Team feststellt, dass die Menschen auf dem Markt sie endlich um Hilfe fragen und diese auch annehmen. Das ist ein großer Schritt, um nachhaltig etwas für die Tiere vor Ort zu erreichen. Denn nur wenn die Besitzer wirklich zuhören und verstehen, was unser Team vor Ort für die Tiere macht, kann sich langfristig eine respektvollere, verständnisvollere Beziehung zwischen Mensch und Tier einstellen.