Marokko: Im Einsatz für die Tiere auf dem Markt von Mers El Kheir

Animals‘ Angels ist erneut in Marokko und unterstützt unser Team vor Ort. Es ist wieder einmal großartig zu sehen, wie sich Habib und Boubaker trotz all der Widrigkeiten so beharrlich und unerschrocken für die Tiere einsetzen. Sie stellen sich immer wieder den mühsamen Diskussionen mit Tierbesitzern und Marktbesuchern, greifen ein, wenn sie sehen, dass Tiere geschlagen werden, und klären die Menschen unermüdlich über einen besseren Umgang mit ihren Tieren auf.

In Mers El Kheir, dem größten Markt in der Gegend um Rabat, befreien wir diesen Samstag wieder einige Schafe und Ziegen von ihren Beinfesseln und verschaffen ihnen damit wenigstens ein bisschen Erleichterung. Wie dem Lamm Selina, die am Boden liegt und verzweifelt schreit. Wir können ihren Besitzer überzeugen, ihr ein Halsband umzulegen anstelle der Beinfesseln, sodass sie wenigstens laufen kann.

Auch einige Vögel können wir von ihren Fußfesseln befreien und in die von uns mitgebrachten Käfige setzen. Wir verteilen unser mitgebrachtes Wasser an die Tiere, die selbst bei kühlen Temperaturen gierig davon trinken, wie die Gänse Bouchra, Brahim, Naima und Hicham.

Bei den ‚Lasten’tieren treffen wir alte Bekannte, wie den Esel Nabih, der auf dem Markt lebt. Er freut sich über unsere Streicheleinheiten, die mitgebrachten Möhren und das Wasser. Genauso wie die vielen anderen Esel, Pferde und Maultiere, die überall auf dem Gelände verteilt von ihren Besitzern ‚geparkt‘ wurden.

Insgesamt finden wir heute glücklicherweise weniger verletzte Tiere, das war auch schon einmal anders. Dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit wurden manche Esel von ihren Besitzern abgespannt, doch leider bei weitem noch nicht alle. Deshalb nehmen wir auch heute wieder Geschirre ab und verschaffen den Eseln eine Verschnaufpause.

Wir fordern ihre Besitzer in unzähligen Gesprächen auf, wenigstens das Mindeste für ihre Tiere zu tun. Doch selbst das ist für manche immer noch zu viel verlangt. Wir finden ein Geschirr, bei dem die Nägel nach innen stehen und in die Haut des Esels stechen – der Besitzer hatte das nicht gemerkt. Unter unserer Aufsicht bessert er es sofort mit einem Stein aus.

Ja, es bricht einem jedes Mal wieder das Herz, die Tiere (und auch die Menschen) in solch fürchterlichen Lebensbedingungen zu sehen und ihnen nicht so helfen zu können, wie wir es gerne würden. Dafür bräuchte es die Unterstützung der Regierung – daran arbeiten wir und versuchen, Bewusstsein für Tierschutz zu schaffen. Doch bis dahin ist es noch weit. Deshalb sind wir so dankbar, dass Habib und Boubaker regelmäßig bei den Tieren sind. Auch wenn wir damit nicht verhindern, dass der Markt stattfindet, so können wir zumindest den Tieren Liebe und Aufmerksamkeit schenken, einigen helfen und kontinuierlich die Menschen aufklären.