Wir treffen Laith auf einem Markt in Marokko. Er ist ein stattlicher, imposanter Bulle mit sanftmütigen Augen. Laith wird hier auf dem Markt zum Schlachten verkauft. Als es zur Verladung kommt, weigert er sich, auf die viel zu steile und ungeeignete Rampe zu treten. Im Inneren des LKW sind bereits weitere ,Schlacht‘bullen geladen und der Platz an Bord des LKW ist sehr begrenzt. Dennoch werden immer mehr Tiere geladen. Nur Laith bekommen die Händler nicht ins Fahrzeuginnere. Sie versuchen verschiedenste Methoden – keine davon zeugt von Verständnis und Empathie für den völlig verängstigten und erschöpften Bullen, sondern im Gegenteil – eine Grausamkeit folgt der nächsten. Als die Händler mit dem „üblichen“ Schwanzverdrehen und Ziehen und Zerren nicht weiterkommen, versuchen sie es mit heftigen Tritten in den Bauch. Auch schlagen sie Laith wiederholt mit voller Wucht mit einem dicken Holzstock ins Gesicht. Seine Nase blutet. Als Laith schließlich vor Erschöpfung neben der Rampe zusammenbricht und nicht mehr aufsteht, spülen sie Wasser in die Nüstern und Ohren des Bullen, und sie stechen ihm immer wieder mit den Fingern in die Augen. Es ist grauenhaft! Wir schreiten immer wieder ein – und doch können wir Laith vor all diesen Misshandlungen und Qualen nicht beschützen. Es bricht uns das Herz und fühlt sich wie ein Verrat ihm gegenüber an. Oft bleibt uns nur, die Kamera auf das zu halten, was ihm angetan wird. Ein Beweis - ein Zeugnis, das die bittere Realität nicht nur für Laith, sondern für die vielen Rinder in Marokko widerspiegelt. Laith’s Geschichte zeigt aufs Neue, wie dringend die marokkanischen Behörden endlich Maßnahmen ergreifen müssen, um ihre ‚Nutz’tiere zu schützen. Das ist noch ein langer, beschwerlicher Weg, doch wir geben nicht auf – für Laith und all die anderen, die wir auf unseren Einsätzen dort getroffen haben.










