Während wir an einer Raststätte in Spanien warten, fährt ein Lkw mit Lämmern vorbei und hält in unserer Nähe. Schon auf den ersten Blick erkennen wir, dass einige von ihnen krank sind. Der Fahrer teilt uns mit, dass die Lämmer noch einen Transport über weitere 200 km vor sich haben. Ihr Ziel ist ein Stall, von dem aus sie einige Tage später weiter nach Italien gebracht werden sollen.
Als wir den Transport näher in Augenschein nehmen, stellen wir fest, dass der LKW deutlich überladen ist. Die Lämmer klettern übereinander und haben keine Möglichkeit, sich hinzulegen, ohne von anderen Tieren getreten oder zertrampelt zu werden. Ein Lamm steht mit den Vorderbeinen auf einer Trennwand und versucht Stroh zu fressen, das von der Decke hängt.
Ein anderes versucht am Horn eines Artgenossen zu saugen. Vermutlich hat es bis vor Kurzem noch Milch getrunken und versucht nun, sein starkes Saugbedürfnis zu stillen.
Am meisten beunruhigt uns jedoch die Anzahl kranker Tiere, die wir sehen: Viele wirken völlig erschöpft, husten und haben entzündete Augen – ein häufiges Symptom akuter Atemwegserkrankungen. Einige zeigen Hautausschläge, die vermutlich hochansteckend sind und auch auf den Menschen übertragen werden können. Viele Lämmer haben zudem verkrustete Nasen, was unter anderem auf die schlechte Luft im Fahrzeuginneren zurückzuführen ist. Maria, Lea und Toni stecken die Nasen aus dem Transporter, um etwas bessere Luft von außen atmen zu können.
Als ob das noch nicht schlimm genug wäre, sehen wir, dass viele Lämmer durstig sind. Sie lecken die Stangen des Transporters ab, in der Hoffnung, ein paar Tropfen Wasser zu finden oder versuchen, die Tränke zu bedienen – ohne Erfolg, da diese nur für Schweine konzipiert und für Schafe nicht geeignet sind.
Es macht uns traurig zu sehen, wie Tiere immer wieder nur als „Ware“ betrachtet werden und selbst für einen vergleichsweise kurzen Transport nicht einmal die grundlegendsten Bedingungen gewährleistet sind. Wir wagen uns nicht vorzustellen, wie sich der lange Transport nach Italien auf den weiteren Zustand der Lämmer auswirken wird.
Zurück bleiben Bilder, die wir nicht vergessen werden – und die Gewissheit, dass diese Tiere menschlicher Verantwortung ausgeliefert sind. Wir werden nicht wegsehen und die Missstände bei den Verantwortlichen melden.










