Nationale Tiertransporte in Spanien: Kaum Kontrollen, gravierende Tierschutzprobleme

Nationaler Schweinetransport in Spanien

Im Juni war eines unserer Teams in Spanien unterwegs. Im Fokus standen nationale Tiertransporte – ein Bereich, der in der öffentlichen Wahrnehmung und auch bei den zuständigen Behörden zu wenig Beachtung findet.
In der ‚Nutz’tierwirtschaft zählt nicht der Tierschutz, sondern der Preis: Tiere werden dorthin gebracht, wo für sie am meisten gezahlt wird – auch wenn dies deutlich längere Transporte bedeutet, ans andere Ende eines Landes oder über Grenzen hinweg. Nationale Tiertransporte werden dabei nur selten von Veterinärbehörden und noch seltener von der Polizei kontrolliert. Die Folgen sind gravierend: Überladene Fahrzeuge, Fahrten bei extrem hohen Temperaturen, unnötig verlängerte Transportzeiten durch Fahrerpausen oder weil die Tiere bereits am Vorabend verladen werden, sowie immer wieder kranke oder verletzte Tiere an Bord. Genau dieser Verdacht hat sich während unseres Einsatzes im Juni bestätigt. Unser Team dokumentierte überladene Geflügeltransporte, die bei Temperaturen von über 30 °C unterwegs waren. Das Team beobachtete einen angeblichen Kurzstreckentransport, bei dem Rinder knöcheltief in einer Mischung aus Kot und Urin standen. Und sie trafen auf Schweine, die unter erheblichem Hitzestress litten, während der Fahrer seine gesetzlich vorgeschriebene Ruhepause einlegte.

Unsere Erkenntnisse haben wir inzwischen den zuständigen Behörden sowie einem Transportunternehmen und einem Schlachthofbetreiber übermittelt. Eine inhaltliche Reaktion blieb bislang aus. Lediglich ein Amtstierarzt verwies uns an die Polizei – offenbar ohne sich seiner eigenen Verpflichtung bewusst zu sein, Hinweisen aus der Zivilgesellschaft auf mögliche Verstöße nachzugehen. Diese Reaktionen stehen beispielhaft für ein grundsätzliches Problem: Obwohl die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) den Transport als den belastendsten und verletzungsträchtigsten Abschnitt in der ‚Nutz‘tierhaltung beschreibt, werden Tiertransporte nach wie vor viel zu selten kontrolliert. Der Grund ist einfach: Kontrollen sind aufwendig, personalintensiv und kosten Geld.

Für die Tiere hat diese Vernachlässigung jedoch schwerwiegende Folgen.

Deshalb wird Animals' Angels dieses Thema weiter konsequent verfolgen. Wir werden Missstände aufdecken und sowohl die zuständigen Veterinärbehörden als auch die beteiligten Wirtschaftsunternehmen immer wieder mit unseren Erkenntnissen konfrontieren.