Pferdetransport nach Italien: Trotz zahlreicher Verstöße keine Geldstrafe bei Polizeikontrolle

In Italien kontrolliert Animals‘ Angels einen Tiertransport mit Pferden. Die Tiere kommen aus Polen. Karol schaut uns durch die Stangen des Lkw hilflos an. Das blonde Pferd mit dem weißen Stern auf der Stirn ist nervös. Als sich unsere Blicke treffen, hört er auf, mit den Hufen zu scharren und beruhigt sich etwas.

In Riccione, an der Ostküste Italiens, rufen wir die Polizei. Denn einige Fohlen in diesem Lkw werden in Gruppen transportiert und nicht in Einzelständen. Die Tiere hätten so aber nicht länger als acht Stunden transportiert werden dürfen. Der Transporteur behauptet, die Tiere wären aufgeregt gewesen und hätten sich eben nur so beruhigen lassen. Noch dazu hat der Lkw überhaupt keine geeigneten Tränken für die Pferde. In Kroatien wurden Karol und die anderen für eine Pause entladen. Doch schon nach neun Stunden ging es weiter – obwohl das Gesetz 24 Stunden Pause vorschreibt.

Eigentlich ist der Fall klar, doch die hinzugerufenen Polizisten kennen sich nicht mit Tiertransporten aus. Ebenso wenig wie der diensthabende Veterinär, den sie telefonisch hinzuziehen. Auf die Hinweise unseres Teams zu den Verstößen gehen die Beamten nicht weiter ein. Das Ergebnis: Der Transport darf ohne Strafe weiterfahren.

In den offiziellen Statistiken heißt es, die Tiertransporte in Europa würden sich an die Gesetze halten – und bei solchen Kontrollen versteht man schnell, warum so etwas behauptet wird. Doch die Realität sieht anders aus! Das zeigen wir seit vielen Jahren immer wieder, auch wenn es oft frustrierend ist. Das schulden wir Tieren wie Karol. Wir versprechen ihm nicht aufzugeben und machen weiter Druck auf das Veterinäramt. Am nächsten Tag erhalten wir einen Anruf: Die Behörde hat die Verstöße des Transporteurs nun wenigstens offiziell anerkannt und notiert.

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