Polen: Einsatz auf dem Pferdemarkt in Skaryszew

Pferdemarkt Skaryszew, Polen

Im Auftrag von Animals’ Angels kontrolliert das Team von Viva! Interwencje einen der größten und berüchtigtsten Pferdemärkte in Polen: Skaryszew. Damit kein Verstoß undokumentiert bleibt, schickt Viva! das bisher größte Team auf den Markt, bestehend aus 16 Personen.

Das Team trifft am Sonntagabend in Skaryszew ein. Die Transporter mit den Pferden kommen bereits an und werden schon bald auf das Marktgelände gelassen, das etwa sieben Stunden vor Beginn öffnet. Auf Anordnung des Veterinärdienstes darf das Team von Viva! sich nicht in der Nähe der Eingangskontrollen aufhalten. Diese Anordnung ist nicht rechtens und legt nahe, dass die Kontrollen nicht sonderlich gründlich sind.

Das Entladen der Pferde verläuft in vielen Fällen chaotisch und mit brutaler Gewalt. Ein Pferd bricht zusammen, als es sich mit einem Huf in einem Loch der feststehenden Rampe verfängt. Viele der Pferde werden gezwungen, von den Rampen der Transporter zu springen und so einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Anschließend werden sie unter den Überdachungen festgebunden, eng aneinander stehend, ohne Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit sich auszuruhen. Viele von ihnen sind gestresst und schwitzen. Sie springen einander an und beißen und treten sich gegenseitig.

Eines von Ihnen entkommt vom Marktgelände, durch eine der Einlasskontrollen hindurch. Niemand hier versucht es aufzuhalten. Es rennt anschließend auf die Straße und riskiert sein Leben sowie das der Autofahrer. Teammitglieder von Viva! und Einwohner des Ortes fangen es schließlich an einer nahegelegenen Tankstelle ein.

Später am Tag, als die meisten der Händler immer stärker alkoholisiert sind, wird die Stimmung auf dem Gelände aggressiver. Unser Team dokumentiert Fälle von gewaltsamer Verladung unter Zuhilfenahme von Stöcken und Peitschen. Die örtliche Polizei von Radom erweist sich als sehr kooperativ, aber die Veterinäre auf dem Markt schreiten nicht angemessen sein, auch nicht auf Hinweise des Teams hin. Als die Kapazität des Marktgeländes erreicht ist, leitet der Marktbetreiber die ankommenden Transporte auf das naheliegende Feld um. Hier gibt es weder Infrastruktur, noch behördliche Aufsicht.

Der Markt endet am frühen Nachmittag. Die letzten Bauern und Händler torkeln vom Gelände und lassen leere Wodkaflaschen auf dem Boden zurück. Später spricht der Bürgermeister von Skaryszew im Fernsehen stolz von den Verbesserungen auf dem Markt. Unsere Beobachtungen zeigen jedoch, dass es hier nichts gibt, auf das man stolz sein könnte. Unsere Dokumentationen geben wir an alle zuständigen Behörden weiter.

Weitere Einsätze und Neuigkeiten

ICFAW Seminar Tierschutz Arabischer Golf
Tiertransport-Gesetz Stellungnahme
Tierschutz-Training Doha, Katar
Tiertransport Marokko
Tierschutzunterricht Bonn
Fachkonferenz Nutztiere Frankreich