Rumänien: Märkte für Osterlämmer nicht mehr genehmigt

Tiermärkte in Rumänien

Seit 2021 beobachten wir jedes Jahr den Markt in Craiova (Rumänien), auf dem in der Woche vor Ostern Lämmer und Zicklein geschlachtet wurden. Ab dem darauffolgenden Jahr haben wir unsere Beobachtungen auch auf den Markt in Târgu Jiu ausgeweitet, der dem in Craiova ähnelt, jedoch etwas größer ist.

Jahr für Jahr haben wir den zuständigen Veterinärbehörden unsere erheblichen Bedenken hinsichtlich der festgestellten Missstände gemeldet: Die Tiere wurden nach dem Kauf und Transport zur Schlachtung grausam behandelt und ohne Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften getötet, die Schmerzen und Angst verringern sollen – insbesondere im Hinblick auf die vorgeschriebene Betäubung und die technischen Anforderungen an Schlachthäusern. Auch wenn wir uns langfristig eine Welt wünschen, in der Lämmer und Zicklein nicht für den Verzehr getötet werden, ist es aus unserer Sicht unerlässlich, dass die bestehenden Vorschriften konsequent umgesetzt und durchgesetzt werden, solange diese Praxis fortbesteht.  Aus diesem Grund haben wir unsere Beobachtungen mit Fotos und Videos dokumentiert – oft schwer zu ertragen, aber notwendig, um die Realität vor Ort sichtbar zu machen. Außerdem haben wir Gespräche mit den Behörden sowie den an der Organisation der Märkte beteiligten Unternehmen geführt und den Austausch gesucht.

Bei Treffen vor zwei Monaten signalisierten alle Beteiligten ihre Bereitschaft, die festgestellten Probleme anzugehen und Lösungen zu finden. Heute können wir ein konkretes Ergebnis festhalten: In diesem Jahr wurden die Märkte in Craiova und Târgu Jiu nicht genehmigt und fanden in der Osterzeit nicht statt. Darüber hinaus wurden auch weitere ähnliche Märkte, die in den vergangenen Jahren stattgefunden hatten, geschlossen. Dies bestätigt die Aussagen der Behörden, die angeben, dass diese Aktivitäten aus verschiedenen Gründen rückläufig sind – unter anderem aufgrund des vergleichsweisen geringen Konsums von Lammfleisch in Rumänien.

Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt und verstärkt – nicht nur in Rumänien, sondern in allen Ländern, in denen Lamm- oder Ziegenfleisch traditionell zu Ostern konsumiert wird.

Unser Dank gilt daher den Behörden und Verantwortlichen, die diese schwierige, aber notwendige Entscheidung getroffen haben und damit dazu beigetragen haben, erhebliches Tierleid zu verhindern.