Rumänien: Tiermarkt-Kontrolle in Calugareni

Die Bauern in den ländlichen Gegenden von Rumänien sind hauptsächlich Selbstversorger und betreiben zu diesem Zweck Ackerbau und Tierhaltung. Ihre Produkte verkaufen sie auf lokalen Märkten auf denen, bedauerlicherweise, auch Tiere gehandelt werden – so wie bereits seit hunderten von Jahren in Calugareni.

Da der Markt auf öffentlichem Gelände stattfindet, unterliegt er der Gemeinde. Sollen dort lebende Tiere gehandelt werden, muss der Bürgermeister bei der Veterinärbehörde des Bezirks eine Genehmigung einholen. In diesem Fall müsste der Markt auch die Einhaltung der entsprechenden EU-Bestimmungen zum Mindestschutz der hier transportieren Tiere sicherstellen.  Hunderte von Tieren werden jeden Sonntag in Calugareni verkauft, ohne dass die EU-Bestimmungen respektiert werden. Und genau aus diesem Grund hat die Veterinärbehörde den Markt zu keinem Zeitpunkt genehmigt. Im Ergebnis wird der Markt unzureichend kontrolliert. Für Animals‘ Angels ist es schwer, hier zu helfen. Die Behörden haben nicht vor, den Markt mit Gewalt zu schließen. Für uns bleiben somit nur, dass Leiden der Tiere zu mildern, die hier gewaltsam – wie Gegenstände – behandelt werden und die Menschen darüber aufzuklären, dass es sich um fühlende Wesen handelt.

Am heutigen Sonntag, dem letzten Wochenende vor Weihnachten, werden große Mengen von Tieren aus den Fahrzeugen, Pferchen und Käfigen heraus verkauft, hauptsächlich Schweine. Sie werden zu dieser Jahreszeit auf dem Gelände mit einem Messer getötet. Zahlreiche Polizisten und acht Veterinäre des Bezirks sind vor Ort zur Durchführung der üblichen Kontrollen bezüglich des illegalen Handels mit Fleisch. In diesem Jahr, nach zahlreichen Meetings und langer Korrespondenz mit Animals‘ Angels und den zuständigen Behörden, kontrollieren sie auch den Bereich des Marktes auf dem die lebenden Tiere gehandelt werden, um die illegalen, vorweihnachtlichen Schlachtungen von Schweinen zu unterbinden. Bedauerlicherweise – und dies veranschaulicht die tiefe Verwurzelung dieser Tradition – werden, trotz Anwesenheit der Beamten, einige Schweine auf barbarische Weise getötet. Die Beamten verhängen eine Strafe. Wir entzünden einige Kerzen am Eingang zu ihrem Gedenken.

Animals‘ Angels setzt sich weiterhin für die Tiere in Calugareni ein, auch wenn die am Handel beteiligten Personen für eine Veränderung noch nicht bereit sind. Wir setzen unsere Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden fort, um wenigstens den Mindestschutz für die Tiere durchzusetzen und um die Menschen aufzuklären, dass ‚Nutz’tiere fühlende Wesen sind.