Spanien: Rindermarkt in Santiago de Compostela – eine Kuh elender als die andere

Animals‘ Angels kontrolliert den Tiermarkt in Santiago de Compostela. Zuletzt waren wir im Jahr 2011 auf dem großen Rindermarkt. Hier werden u. a. viele ausgediente ‚Milch’kühe verkauft und stets war der Zustand dieser Tiere ein Problem auf dem Markt. Doch dank des Einsatzes der früheren Marktdirektorin, Schulungen und Aufklärungsarbeit durch die spanische Marktvereinigung sowie strengere tierärztliche Kontrollen hatte sich viel verbessert.

Inzwischen gibt es eine neue Marktleitung und die Tierärzte haben gewechselt. Als wir letzten Mittwoch den Markt betraten, war es wir in einem Horrorfilm: In der riesigen Markthalle dröhnte Vivaldis ‚Vier Jahreszeiten‘ und um uns herum muhende Kühe, von denen eine elender aussah als die andere.

Die neue Marktdirektorin war sichtlich nervös und wusste nicht, was sie sagen sollte. Die Amtstierärzte meinten, sie hätten bei ihrer Inspektion kein transportunfähiges Tier gesehen... Als wir sie baten sich die Kühe erneut und mit uns gemeinsam anzuschauen, wurden wir an die Presseabteilung verwiesen.

Wir notierten so viele Ohrmarken wie möglich und versuchten den Zustand der Tiere zu dokumentieren. Dann konzentrierten wir uns auf Maite, eine schwarzbunte Kuh, die nicht aufhörte zu zittern und nur auf drei Beinen stehen konnte. Am Nachmittag wurde sie zum Schlachthof transportiert, wir begleiteten sie. Die tierärztliche Untersuchung im Schlachthof ergab neben der schweren Lahmheit, Fieber und eine Lungenentzündung.

Die Tierärzte des Schlachthofs versprachen uns, ein Sanktionsverfahren einzuleiten und die Tierärzte des Marktes einzubeziehen. ANDA und Animals‘ Angels werden mit allen Mitteln gegen diesen Markt vorgehen.