Spanien: Transport ohne Rücksicht

Eingeklemmter Bulle auf Tiertransporter

Der erste Einsatz im neuen Jahr führt uns nach Spanien. An einem Schlachthof im Süden des Landes begegnen wir Mateo und Ricardo. Der LKW, der rund 45 schwere Bullenkälber transportiert, ist stark überladen und vollkommen verdreckt. Mateo liegt in der Mitte des Abteils. In der Enge des Transporters ist kaum noch zu erkennen, welches Körperteil zu welchem Tier gehört. Das Fell der Tiere ist von verkrustetem, altem Mist durchzogen. Ihre Körper sind durchnässt von Kot und Urin aus dem Fahrzeug. Auch Ricardo liegt am Boden. Sein Kopf mit der eigentlich weißen Blesse ist zwischen anderen Tieren eingeklemmt, die über ihm stehen.

Der Transport von Mateo und Ricardo verdeutlicht in erschreckender Weise, wie Tiere zu reiner Fracht degradiert werden und wie wenig Rücksicht auf sie und ihr Wohlergehen genommen wird. Um Transporte möglichst kostengünstig und gewinnoptimierend durchzuführen, werden mehr Tiere als erlaubt verladen und keine Einstreu verwendet. Zudem wurden die Tiere, den Transportbedingungen nach zu urteilen, viel länger auf dem LKW gehalten, als es notwendig gewesen wäre.

Tierschutzverstöße sind bei nationalen Tiertransporten – nicht nur in Spanien – leider keine Ausnahme, sondern viel zu häufige Realität. Kontrollen durch die zuständigen Behörden finden kaum statt. Vielerorts fehlen Zeit und Personal, um die Einhaltung der Tierschutzvorschriften zu überprüfen und die Prioritäten liegen woanders. 

Deshalb sind wir froh, dass wir vor Ort sein können. Wir dokumentieren das Unrecht, das den Tieren aus Gleichgültigkeit oder aus Gewinnstreben zugefügt wird und sorgen dafür, dass das Leid der Tiere ans Licht kommt, und fordern die Verantwortlichen immer wieder zum Handeln auf.