Tiertransport von Spanien nach Griechenland: Überschreitung der erlaubten Transportzeit bei über 35 °C

Animals‘ Angels begleitet einen Langstrecken-Tiertransport mit Schafen in Italien bis zum Hafen von Bari. Von dort sollen die Schafe, die aus Spanien kommen, mit der Fähre nach Griechenland transportiert werden. Die fahrplanmäßige Fährüberfahrt von Brindisi nach Patras dauert 16 Stunden. In Griechenland liegen noch einmal über 500 km bis zum Zielort vor den Tieren.

Laut Aussage der Fahrer haben die Tiere in Italien die vorgeschriebene 24-stündige Ruhepause erhalten, bevor sie heute Morgen um 6 Uhr weitergefahren sind. Und trotzdem werden sie die maximal erlaubte Transportzeit von 29 Stunden für Schafe deutlich überschreiten, doch das scheint niemanden zu interessieren – selbst nicht bei Temperaturen über 35 °C! Die Fahrer zeigen uns die Temperaturanzeige vom Inneren des Lkw. Selbst abends um 18:00 Uhr liegen in allen drei Ladeebenen die Temperaturen über 37 °C, im obersten Deck sogar bei knapp 42 °C. Die ungeschorenen Schafe atmen schnell, manche haben von Ausfluss verklebte Nasen.

Vergeblich versuchen wir eine Polizeikontrolle zu organisieren, doch die zuständige Verkehrspolizei kann uns nicht helfen. Sie hat in ihrem Revier nur einen Streifenwagen zur Verfügung und dieser ist gerade mit einem Unfall beschäftigt. Im Hafen von Brindisi versuchen wir es erneut – doch hier schieben sich die verschiedenen Behörden gegenseitig die Verantwortung zu. Schließlich fährt der LKW unkontrolliert um 18:30 Uhr auf die Fähre. Eine entsprechende Strafe wegen Verstoß der EU-weit gültigen Transportverordnung bleibt somit aus. Wir informieren die zuständige Behörde in Griechenland, um eine offizielle Kontrolle dort zu erbeten –ohne Antwort, denn sie sind weder telefonisch noch über E-Mail erreichbar.

Dieser Transport ist ein weiteres trauriges Beispiel dafür, dass trotz unrealistischer Planung und voraussehbarer Überschreitung der maximal erlaubten Transportzeiten Langstreckentransporte genehmigt und eben nicht sanktioniert werden. Wir reichen eine umfassende Beschwerde bei den spanischen, italienischen und griechischen Behörden ein.

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