Tiertransporte an Ostern: Anika, Ivanka and Maja – Färsen von Slowenien nach Italien

In Italien treffen wir auf einen Tiertransport mit Färsen aus Slowenien. Die Tiere werden zur Schlachtung in den Süden des Landes transportiert.

Im hinteren Abteil haben die Färsen kaum Platz. Sie stehen dicht gedrängt, Körper an Körper. Anika liegt am Boden, die anderen Tiere trampeln in der Enge über sie hinweg und treten mehrfach auf sie. Gleich neben Anika steht Ivanka – ihr Horn ist abgebrochen und blutet. Wir melden das sofort den Polizisten und Amtsveterinären, mit denen wir vor Ostern gemeinsame Kontrollen durchführen.

Auch die Färse Maja braucht Hilfe. Sie liegt fest und steht nicht mehr auf. Sie sieht extrem müde und erschöpft aus und hat trübe Augen. Die Fahrer versuchen, sie zum Aufstehen zu bewegen und schütten Wasser auf sie. Unter den anwesenden Tierärzten ist auch ein Spezialist für Rinder, der sich Maja genauer anschaut. Doch er meint, Maja leide „nur“ unter Transportstress und hätte etwas Fieber, sei jedoch klinisch in keinem schlechten Zustand. Gemeinsam mit den Amtstierärzten entscheidet er, dass Maja auf dem Lkw bleibt und nicht abgeladen wird. Auch Ivanka mit dem blutenden Horn wird nicht abgeladen.

Wir sind anderer Meinung: Maja ist viel zu geschwächt. Sie wird sich sicher wieder hinlegen wollen und dann in der Enge wieder nicht hochkommen und zertrampelt werden. Wir finden, dass die Tierärzte die Situation an Bord des Tiertransports nicht berücksichtigt haben – die Enge, die andere Tiere und deren lange Hörner. Doch die Beamten haben das letzte Wort.

Für uns ist es sehr hart zu sehen, dass Maja und die anderen Tiere die lange Fahrt fortsetzen müssen. Wenigstens erlassen die Beamten eine Geldstrafe von 3.300 Euro gegen den Transport. Mit unseren Dokumentationen werden wir eine Beschwerde bei der zuständigen Veterinärbehörde des Abfahrtsortes einreichen.

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