Tiertransporte an Ostern: Selbst die einfachsten Vorschriften werden missachtet

Animals’ Angels kontrolliert Tiertransporte mit Lämmern rund um die Ostertage. Mehr als sonst sind in diesen Tagen unterwegs, vor allem von Rumänien nach Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Ungarn und Italien. Unser zweites Team hat bisher acht Transporte kontrolliert.

Aus den Seitenstangen der Fahrzeuge starren uns junge Tierkinder an. Es ist ungerecht, dass diese jungen Wesen in den Tod transportiert werden. Und wir sind erschüttert, dass noch dazu nicht einmal die grundlegendsten Vorschriften eingehalten werden.

Das Gesetz fordert, dass der Boden im Fahrzeug trocken und sauber sein muss, damit sich die Tiere hinlegen und ausruhen können. Aber stattdessen stehen und liegen sie in ihren eigenen Exkrementen.

Die Transporte sind in vier Ebenen unterteilt, damit möglichst viele Schafe hineinpassen. Das erhöht den Profit. Die Schafe aber haben dadurch kaum Platz über ihren Köpfen. Sie stoßen während der Fahrt an die Decke, besonders auf den holprigen Landstraßen und müssen unnatürlich und geduckt stehen.

Bis zu 0,2 m² schreibt das Gesetz für Lämmer unter 26kg vor. Und selbst dann sind die Tiere immer noch völlig eingeengt und können sich weder drehen noch hinlegen. Viele von ihnen erreichen nicht einmal die Tränken, von denen es zudem viel zu wenige gibt.  

Nicht selten verhaken sich die Lämmer mit ihren kleinen Beinen in einer der Spalten im Inneren des Lkw. Wenn die Fahrer in solchen Fällen nicht aufpassen, sind solche Tiere die ganze Fahrt über gefangen und leiden unter heftigen Schmerzen. Auf einem Transport entdecken wir das Lamm Shanas, das in genau dieser Situation ist. Wir reden mit dem Fahrer. Er weigert sich jedoch, Shanas zu befreien. Sie ginge ja sowieso ins Schlachthaus, entgegnet er direkt vor einem anwesenden Polizisten. Der Beamte erlaubt uns jedoch, den Lkw hochzuklettern und Shanas zu befreien.

Das Team von Animals‘ Angels ist noch einige Tage auf den Straßen unterwegs und dokumentiert weiterhin Transporte. Ein umfassender Bericht geht anschließend an die zuständigen Behörden.