Tiertransporte aus der EU: Bullen aus Tschechien auf dem Weg in den Irak

Ein Team von Animals’ Angels folgt grade einem Tiertransport mit Färsen aus Ungarn in die Türkei als es Informationen erhält, dass eine Gruppe Bullen aus Tschechien in den Irak transportiert werden soll. Ursprünglich auf dem Weg in die Türkei wurden die Tiere vor einigen Wochen an die bulgarisch-türkische Grenze transportiert. Dort wurden sie jedoch aufgrund von Unstimmigkeiten bezüglich der Import-Bestimmungen zurückgehalten.

Animals‘ Angels folgt den 284 Bullen auf dem ersten Teil ihrer Reise von Kapikule nach Kirsehir im Osten der Türkei. Die Tiere sind immer noch erschöpft von ihrer ursprünglichen Reise an die Grenze. Nun steht ihnen eine weitere, unzuträgliche Fahrt von sieben Tagen mit Temperaturen bis zu 41 °C bevor.

Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass die EU-Tierschutz-Transportverordnung bis zum Bestimmungsort gilt, auch außerhalb der EU-Grenzen. Dennoch wird das Urteil in den meisten Fällen nicht angewendet, bzw. umgangen.

Die Bullen werden in einem völlig ungeeigneten Baufahrzeug transportiert. Es hat kein Dach, das sie vor der brennenden Sonne schützen könnte und keine Tränken, um ihren Durst zu stillen. Zudem ist keine Einstreu im Fahrzeug, welche die Stöße der Fahrtbewegungen auf ihre sensiblen Gelenke zumindest etwas abmildern könnte. 

Nach mehr als 20 Stunden an Bord werden die Tiere für 24 Stunden abgeladen. Mehr als 20 von ihnen gehen schwer lahm und können kaum vom Fahrzeug laufen. Sie legen sich im Stall sofort hin. Sie sind sogar zu erschöpft, um das Futter zu erreichen. Ihre schmerzenden Beine können sie einfach nicht mehr tragen.

Am nächsten Tag werden die Tiere auf dieselben Fahrzeuge geladen, um weiter Richtung Irak zu fahren. Einige Tiere leiden an Lungenentzündung, manche sind verletzt. Auch sie werden verladen. Sie humpeln schwer. Das Team von Animals‘ Angels kann zumindest dafür sorgen, dass sie eine extra große Ladung Einstreu und Heu erhalten.

Animals‘ Angels reicht Beschwerde bei den zuständigen Behörden ein.