Tiertransporte in der EU: Schockierende Bedingungen für 355 Schweine von Litauen nach Polen

Animals’ Angels ist in Litauen und kontrolliert Tiertransporte, die aus dem Baltikum in Richtung Polen unterwegs sind. Darunter sind zwei Transporte mit Schweinen, die uns besonders in Erinnerung bleiben.

Die 355 litauischen Schweine werden in ein polnisches Schlachthaus transportiert. Laut Fahrer wurden sie erst vor zwei Stunden geladen, doch als unser Team in die LKW schaut, ist es schockiert über die Transportbedingungen. Die Schweine sind völlig verdreckt; viele von ihnen liegen oder sitzen in Pfützen aus Kot und Urin auf dem blanken Metallboden. Einstreu fehlt komplett. Bisher muss gesetzlich erst bei Langstreckentransporten über 8 Stunden eine Einstreu vorhanden sein (Ausnahme: besonders junge Tiere), aber natürlich würde sie auch bereits bei Transporten unter 8 Stunden – wie hier der Fall – wichtige Aufgaben erfüllen: Einstreu absorbiert Kot und Urin, macht den Untergrund weniger rutschig und gibt den Tieren mehr Halt – so können sie die Fahrzeugbewegungen besser ausgleichen. Und natürlich sorgt eine ausreichende Einstreu dafür, dass die Tiere sich auf trockenem Untergrund hinlegen und ausruhen können. Noch nicht einmal das wurde Jone und den anderen Schweinen auf ihrem letzten Weg ins Schlachthaus gewährt.

Jone liegt neben Erbrochenem, er wirkt erschöpft und apathisch. Wieder andere Schweine sitzen im unnatürlichen Hundesitz und haben Schaum vorm Mund. Anzeichen für Reisekrankheit – vielen Schweinen wird durch Stress, Fahrzeugvibrationen, schlechte Federung und nicht zuletzt eine ruppige Fahrweise übel, genauso wie uns Menschen auch. Als Folge von Reisekrankheit können Schweine sich übergeben und sogar sterben.

Einmal mehr sind wir entsetzt über die Gleichgültigkeit, mit der Transporte wie Jone‘s durchgeführt werden. Noch nicht einmal so einfache Dinge wie Einstreu sind es den Transportbeteiligten wert, um den Transport für Jone und die anderen Schweine zumindest etwas zu erleichtern. Als wären sie nur ein lebloses Stück Fleisch. Bis sich an dieser Einstellung nachhaltig etwas ändert, wird leider noch einiges an Zeit und Leid vergehen. Doch auf dem Weg dorthin machen wir natürlich weiter. Für Jone und die 354 weiteren Schweine legen wir Beschwerde bei den zuständigen Behörden ein.

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