Tiertransporte in der EU: Unwürdige Bedingungen für Kühe und Bullen auf Transport in polnisches Schlachthaus

Animals’ Angels begleitet ab der litauisch-polnischen Grenze einen Transport mit Rindern zu einem Schlachthof im Südwesten Polens. An Bord sind ‚aussortierte Milchkühe‘ geladen – im vorderen Abteil des Lkw ‚Schlacht’bullen.

Die Kühe sind in einem erbärmlichen Zustand. Zum Teil haben sie noch volle und entzündete Euter, was extrem schmerzhaft sein muss. Sie stehen dicht aneinandergedrängt – sieben ausgewachsene Kühe mit langen Hörnern pro Abteil. Da kann es leicht zu Verletzungen kommen. Kuh Daina hat auf ihrem Bauch Blutspritzer. Eine andere Kuh neben ihr Blut an ihrem Horn. Die Quelle der Blutspritzer können wir in dem Gedränge im inneren des Tiertransports nicht ausfindig machen. Bei solchem Platzmangel haben die Tiere auch keine Chance, sich gleichzeitig hinlegen und ausruhen zu können. Doch das wäre gerade in ihrem Gesundheitszustand sehr wichtig, um die zusätzlichen Transportstrapazen besser überstehen zu können. Wahrscheinlich würden sie sich aber auch nur in größter Not hinlegen, denn wieder einmal fehlt jede Einstreu. Die Kühe stehen auf dem blanken Boden der von Exkrementen und Urin verschmiert und dadurch rutschig ist – für die gesamte Strecke von Lettland nach Polen. Laut Fahrer und unseren Berechnungen zufolge sind das über 16 Stunden Transport zum Schlachthof unter unhaltbaren Bedingungen.

Bei einem weiteren Stopp unterwegs sehen wir Alewtina. Sie liegt mittlerweile erschöpft auf dem nassen, verschmutzen und harten Boden. Ob sie sich von allein hingelegt hat oder ob sie auf dem schmierigen Untergrund ausgerutscht ist – das wissen wir nicht. Zwei Kühe stehen über ihr. Während der Fahrt besteht die Gefahr, dass sie auf Alewtina trampeln, weil kein Platz zum Ausweichen und Ausgleichen der Fahrzeugbewegungen da ist. Alewtinas Körper ist ausgemergelt und gezeichnet von dem Leben einer ‚aussortierten Milchkuh‘. Ihre kantigen Hüftknochen sind wundgelegen – ob erst seit dem Transport oder aus vorheriger Haltung ist unklar. Ihr Blick ist teilnahmslos und auf ihrem angespannten Gesicht sieht man die Schmerzen. Alewtina ist eines der vielen Opfer aus der Milchindustrie. Wir fragen uns, wie alt sie ist und wie viele Kinder sie wohl schon zur Welt bringen musste, bevor sie nun unter so unwürdigen Bedingungen über Hunderte von Kilometern zum Schlachthaus gebracht wird – aussortiert, weil sich ihr Leben wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Am Schlachthof angekommen versuchen wir die Entladung zu sehen und mit den Betreibern zu sprechen. Doch vergeblich, man lässt uns nicht herein.

Wir sitzen nun an einem ausführlichen Bericht an die zuständigen Behörden und Ministerien. Darin fordern wir gründliche Untersuchungen und entsprechende Sanktionen für diejenigen, die für den Transport und das Leid von Alewtina und ihren Artgenossen verantwortlich sind.

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