Tiertransporte in die EU: Kälber aus Belgien hängen 16 Tage an Veterinärzollstelle in Kapikule fest

Vom 12. Bis 27. April steckten 70 für die Türkei bestimmte Kälber aus Belgien an der Veterinär-Zollstelle in Kapikule fest. Weil die Gesundheitszeugnisse der Tiere nicht den Anforderungen entsprachen, wies der türkische Zoll den Transporter zurück. Um die drastischen Umstände für die Tiere zu mildern, wurden sie am 27. April schließlich in einem offiziellen Stall entladen. Bis zu diesem Zeitpunkt befanden sie sich praktisch in der gleichen Situation wie einige Tage zuvor zahlreiche Kälber aus Österreich – und das obwohl die europäischen Behörden bekanntgaben, dass nachdem die Kälber aus Österreich den Zoll am 22. April verlassen hatten, die Situation bezüglich feststeckender Tiertransporte in Kapikule vollständig gelöst worden sei.

Als wir von dem Fall der belgischen Kälber erfuhren, nahmen wir umgehend Kontakt zu Belgien und der EU-Kommission auf. Wir erhielten die Antwort, dass alle ihr Bestes tun würden. In den ganzen 16 Tagen hieß „ihr Bestes“ aber bloß, die Tiere auf dem Fahrzeug gefangen zu halten. Trotz der Tatsache, dass die Tiere über die gesamte Transportstrecke hinweg durch europäische Gesetze geschützt werden, und obwohl diese Gesetze Vorgaben zu derartigen Vorfällen an den Grenzen von Drittländern enthalten, ergriffen weder die EU-Kommission noch die Mitgliedsstaaten geeignete Maßnahmen, um die Tiere vor diesem Leid zu schützen.

Animals‘ Angels wird gegen die zuständigen Behörden Beschwerde einreichen.

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