Tiertransporte in die Türkei: Gute und schlechte Nachrichten – kein Tiertransport ohne Schattenseiten

Animals‘ Angels kontrolliert zwei Tiertransporte mit Lämmern aus Bulgarien. Die jungen Hammel werden zum anstehenden Opferfest in die Türkei gebracht. Die gute Nachricht ist, dass die Tiere ausreichend Platz auf den Transporten haben. Seit Jahren fordern wir, dass insbesondere bei hohen Temperaturen die Ladedichte drastisch reduziert werden muss. Dies wurde hier umgesetzt. Genauso wie unsere Forderung, dass Lämmer nur auf drei Stockwerken transportiert werden sollten. Damit ist auch die Luftzirkulation besser, weil die Tiere über sich mehr Platz haben.

Wir freuen uns über diese kleinen Fortschritte. Doch auch bei diesen Transporten stellen wir fest, dass die Probleme überwiegen: Über acht Stunden brauchen die Transporte für die Zollabfertigung an der türkischen Grenze. Die Tiere müssen dabei auf den Lkw bleiben – die meiste Zeit bei über 34 °C in der prallen Sonne. Martin, Aleksander, Nikola und die anderen Lämmer sind extrem durstig. Die Fahrer füllen zwar die Wassertanks der Lkw auf, doch in beiden Fahrzeugen sind die Tränken vollkommen ungeeignet für Schafe. Als unsere Kollegin Andrea den Tieren per Hand ein wenig Wasser geben möchte, lassen die Fahrer sie nicht mehr an den Lkw heran.

Als die Tiere wenige Stunden später am Zielort in der Türkei abgeladen werden, stürzen sie sich gierig auf das Wasser. Zum Glück machen die Tiere ansonsten einen guten Eindruck. Es ist ein kleiner Trost zu sehen, wie sich die Tiere freuen nach fast 24 Stunden auf den Lkw wieder Platz zu haben und wie sie freudig herumspringen. Umso schwerer ist es für uns von ‚den Jungs‘ Abschied zu nehmen, mit dem Wissen, dass sie sehr wahrscheinlich nur noch wenige Tage zu leben haben.

Für uns ist klar: Es gibt keine Tiertransporte ohne Schattenseiten. Alle Fortschritte bei den Lebendtierexporten erscheinen wie Schönfärberei. Denn auch wenn die Transportbedingungen verbessert werden, weiß niemand welches Schicksal die Tiere in solchen Ländern ohne Tierschutzgarantien erwartet. Wohin sie weiterverkauft werden, ob sie ihr Leben in dunklen Ställen fristen müssen oder ob sie in irgendwelchen Hinterhöfen geschlachtet werden.

Unser Fazit lautet : Stoppt die Exporte lebender Tiere!

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